Freitag , 18 April 2014
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Interview mit Mina Ahadi beim Deutschlandradio Kultur

Erst gestern habe ich hier das Interview angeschnitten, das Mina Ahadi der Berner Zeitung gab. Heute fand ich auch beim Deutschlandradio Kultur eines:

Das war unmenschlich

Mina Ahadi im Gespräch mit Joachim Scholl

Die iranische Aktivistin Mina Ahadi hat das Inszenieren des angeblichen Mordgeschehens mit der verurteilten Sakineh Ashtiani im staatlichen iranischen Fernsehen als “unmenschlich” verurteilt. Weil sie dafür das Gefängnis verlassen musste, war es auch zur Falschmeldung ihrer Freilassung gekommen.

Scholl: In der vergangenen Woche verkündeten Sie ganz glücklich, dass Frau Ashtiani freikommen würde, und mussten dann doch wieder enttäuscht dementieren. Wie kamen Sie eigentlich zu dieser Information, die sich dann so als tragisch falsch erwies?

Ahadi: Ja also ich war am 9. Dezember im Europaparlament, ich habe dort eine Rede gehalten. Und dann, am 8. Dezember, haben wir auch einen Termin gehabt mit Herrn Buzek, also dem Präsidenten des Europäischen Parlaments. Allerdings haben wir drei dieser Leute von Herrn Buzeks Kabinett getroffen, und auch mit Catherine Ashton haben wir wegen Frau Ashiani einen Termin gehabt.
Aber am 8. Dezember habe ich aus dem Iran einige Telefonate gehört, zum Beispiel in der Frühe um sechs Uhr hat jemand angerufen, am 8. Dezember, und hat gesagt, etwas bewegt sich da im Gefängnis und auch bei dieser Wahl, und die betroffenen Personen haben mit Angehörigen Kontakt genommen telefonisch und haben angeblich gesagt, diese Woche werden wir freigelassen. Die Nachricht habe ich, oder unser Komitee hat es bekommen, aber wir haben darüber nicht ein öffentliches Statement gegeben, weil wir gewartet haben. Und wir haben nicht gewusst, was los ist.

Das Komitee hat auch die Nachricht bekommen, Frau Ashtiani und ihr Sohn sind nicht im Gefängnis, sondern in der alten Wohnung in Osko. Wir haben darüber gesprochen, wieso die alte Wohnung, weil Frau Ashtiati hat in Tabriz eine Wohnung und die Tochter, also Saida, wohnt jetzt dort. Also irgendwie haben wir darüber immer wieder gesprochen. Aber am 9. Dezember hat angeblich dieses Press TV, ein TV vom islamischen Regime, einige Fotos veröffentlicht ohne Kommentar. Und diese Fotos haben Frau gezeigt, Frau Ashtiani mit Sajjad sitzt in einer Wohnung, und auch einige Fotos, Frau Ashtiani ist im Haus. Also alle Medien, die diese Fotos gesehen haben, haben gedacht, Frau Ashtiani ist frei.

Scholl: Darauf könnte man nun schließen. Aber es war eigentlich ja dann umso bizarrer, denn sie war in der Wohnung wegen dieser ominösen TV-Dokumentation. Lassen Sie uns …

Ahadi: … genau, aber ich meine, unser Komitee hat ein kleines Statement gegeben. Das war ein kleiner Fehler, weil wir warten alle auf diese Freilassung. Dann haben wir diese Fotos gesehen und auch die Nachrichten, was wir bekommen haben, aber im Endeffekt haben wir gesagt, ja, die Frau ist schon freigelassen worden. Das war also ein bisschen ein Fehler von uns. Und dann haben wir, also in der letzten Nacht oder heute habe ich telefonisch Kontakt gehabt: Frau Ashtiani ist im Gefängnis, aber angeblich war sie einige Tage in der alten Wohnung. [...]

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Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

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