iran homohanging Gegen die Todesstrafe   nicht nur in Iran

(hpd) Vor weni­gen Tagen ver­ab­schie­dete der Bundestag eine Resolution gegen die Hinrichtung von Sakineh Mohammadi Ahstiani. Dies ist defi­ni­tiv ein wich­ti­ges und bedeu­ten­des Anliegen. Denn kein Mensch sollte durch die Hand eines ande­ren Menschen ster­ben. Oder durch einen Gerichtsbeschluss.

Natürlich gibt es die unter­schied­lichs­ten Gründe, wes­halb die Todesstrafe ver­hängt wird und Ehebruch dürfte defi­ni­tiv einer der lächer­lichs­ten dafür sein – wenn man in die­sem Zusammenhang das Wort „lächer­lich“ gebrau­chen darf. Aber sollte man die Todesstrafe nicht über­all ver­ur­tei­len?
Die LINKE hatte dies in ihrem Beschlussentwurf so vor­ge­se­hen, denn sie wollte nicht nur die Verurteilung von Sakineh Ahstiani ableh­nen, son­dern gleich­zei­tig auch der Bundesregierung auf­tra­gen, gegen die Todesstrafe in allen Teilen der Welt auf­zu­tre­ten. Diesen Antrag lehnte die Regierungskoalition aller­dings ab.

Verstößt die Todesstrafe nicht in jedem Fall gegen das Recht auf Leben?

JedeR Abgeordnete im Bundestag sollte eigent­lich dafür ste­hen, dass die Todesstrafe falsch ist. Immerhin ist sie nach deut­schem Recht unzu­läs­sig. Da das so ist, sollte jeder Abgeordnete sich für die Ächtung der Todesstrafe ein­set­zen, denn sie ist eine bar­ba­ri­sche Strafe, die nichts mit huma­nis­ti­schen Werten zu tun hat. Es besteht kein Unterschied, ob ein “ver­bün­de­ter Staat” wie die USA einen Mörder hin­rich­ten oder die Volksrepublik China, denn in bei­den Fällen wird einem Menschen das Recht auf Leben genom­men. Und das auf der Grundlage von längst ver­al­te­ten und inhu­ma­nen Werten. “Auge um Auge, Zahn um Zahn” sollte in kei­nem Land der Welt mehr gül­tig sein. Zudem es schwer nach­voll­zieh­bar ist, wie man sich gegen die Todesstrafe in Iran aus­spre­chen kann, wäh­rend man Saudi-Arabien, wel­ches die glei­chen bar­ba­ri­schen Strafen aus der Scharia durch­führt, nicht ein­mal erwähnt.

Auch die USA sowie die Volksrepublik China gehö­ren ver­ur­teilt. Denn diese Staaten füh­ren die Todesstrafe aus und ver­lan­gen von ihren Bürgern die Achtung des Rechtes auf Leben, ach­ten die­ses aber selbst nicht, wenn sie einen Verurteilten hin­rich­ten.

Argumente der Sicherheit sind dabei nicht gül­tig, denn es lässt sich weder bewei­sen, dass die Todesstrafe Menschen abschreckt, ein Verbrechen zu bege­hen, noch wer­den in den Ländern, in denen die Todesstrafe ange­wen­det wird, weni­ger schwer­wie­gende Verbrechen began­gen. Im Gegenteil: meist ist in die­sen Länder die Zahl von Schwerverbrechen sogar höher.

Abschaffung der Todesstrafe wirkt sich posi­tiv aus

Länder, in denen die Todesstrafe abge­schafft wurde, haben in den meis­ten Fällen eine deut­lich nied­ri­gere Mordrate. Ein beson­ders posi­ti­ves Beispiel für die Abschaffung der Todesstrafe ist Kanada. Dort ist die Mordrate nach der Abschaffung der Todesstrafe um 24% gesun­ken.

Dies ist eine Zahl, mit der her­vor­ra­gend gegen die Todesstrafe argu­men­tiert wird. Allerdings sollte man damit nicht argu­men­tie­ren müs­sen. Denn das Recht auf Leben ist all­um­fas­send und darf von nie­man­den abge­strit­ten wer­den. Dies soll­ten auch alle im Bundestag ver­tre­te­nen Parteien ein­se­hen und eine gemein­same Resolution zur Ächtung der Todesstrafe in allen Ländern die­ser Welt for­mu­lie­ren.
S.L.

[Erstveröffentlichung beim hpd am 07.12.2010]

Getagged mit
 
Über den Autor

Nic

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

One Response to Gegen die Todesstrafe – nicht nur in Iran

  1. [...] This post was men­tio­ned on Twitter by Tom_N, Nic. Nic said: Neu: Gegen die Todesstrafe – nicht nur in Iran http://nicsbloghaus.org/2010/12/08/gegen-die-todesstrafe-nicht-nur-in-iran/ [...]

Leipziger Straße, Berlin
Leipziger Straße, Berlin