348 0 Und den Bischof zahlt der Staat donaukurier.de: Die Kirchen sind schwer unter Beschuss – vor allem die katho­li­sche. Kaum hat sich die öffent­li­che Empörung über die Missbrauchsfälle etwas gelegt, bricht eine Debatte um die kirch­li­chen Finanzen los. Der Vorwurf: Der Steuerzahler ali­men­tiert die Kirchen. So kommt der Kirchenkritiker Carsten Frerk in sei­nem vor weni­gen Tagen vor­ge­stell­ten “Violettbuch Kirchenfinanzen” zu dem Ergebnis, dass der Staat die bei­den gro­ßen Kirchen in Deutschland mit 19,9 Milliarden Euro pro Jahr unter­stützt.

von Christian Fahn

Vor die­sem Hintergrund ver­wun­dert es nicht, dass die katho­li­sche Deutsche Bischofskonferenz bereits eine Arbeitsgruppe ein­ge­rich­tet hat, die Kirchenleuten Argumente für die sich anbah­nende öffent­li­che Auseinandersetzung lie­fern soll.

Das ist auch bit­ter nötig: Für Außenstehende ist die finan­zi­elle Verknüpfung von Staat und Kirche kaum zu durch­schauen. Das beginnt bereits bei den ver­schie­de­nen Zahlungen. “Dabei ist es wich­tig zwi­schen den Geldern zu unter­schei­den, die die Kirche dafür erhält, dass sie eine Leistung bie­tet”, sagt der Leiter des Katholischen Büros in Bayern, Prälat Lorenz Wolf, “und den so genann­ten Dotationen”. Letztere, zu denen unter ande­rem die Gehälter der Bischöfe gehö­ren, gin­gen auf alte Verträge zwi­schen Staat und Kirche zurück und hät­ten ihren Ursprung in der bedin­gungs­lo­sen Enteignung aller Güter der katho­li­schen Kirche wäh­rend der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts, sagt Wolf im Redaktionsgespräch mit dem DONAUKURIER.

Und hier liegt für Kirchenvertreter einer der ent­schei­den­den Grundfehler der Argumentation Frerks – er sieht die­sen Unterschied nicht. Den größ­ten Batzen machen in sei­ner Aufstellung die staat­li­chen Zuschüsse für Kindergärten- und Kindertageseinrichtungen aus: 3,9 Milliarden Euro zahlt die öffent­li­che Hand dafür. Das stel­len auch Kirchenvertreter nicht in Abrede. Aber: “Der Staat bezahlt die Kirche für die Über­nahme von Aufgaben, die eigent­lich seine urei­ge­nen Aufgaben sind”, sagt Wolf: So habe sich der Staat gesetz­lich ver­pflich­tet, für eine aus­rei­chende Anzahl an Kinderbetreuungsplätzen zu sor­gen – springe aber letzt­lich nur ein, wenn sich kein ande­rer Träger finde. Im Übri­gen seien in die­sem Bereich ja nicht nur die Kirchen aktiv: Auch Sozialverbände wie das Rote Kreuz oder die Arbeiterwohlfahrt betrie­ben Kindergärten. Und: “Für alle gel­ten die glei­chen Spielregeln.”

Auch wenn der Staat die Kosten für die Kindergärten aus sei­ner Sicht zu 100 Prozent bezu­schusst, bleibt die Kirche auf einem Teil der Kosten sit­zen: So ist es üblich, dass die Kirchenverwaltung der jewei­li­gen Pfarrei die Verwaltung über­nimmt, dass die Pfarrsekretärin neben­bei auch den Schriftverkehr für den Kindergarten abwi­ckelt, dass die Pfarrei und die Diözese für die Weiterbildung des Personals und für die Anschaffung von Spielgeräten auf­kom­men. “Das ist ein Grund dafür, warum sich kirch­li­che Ausgaben nicht genau zuord­nen las­sen”, sagt der Finanzdirektor der Diözese Eichstätt .[...]

kom­plet­ten Artikel lesen

Getagged mit
 
Über den Autor

Nic

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

Kommentare sind geschlossen