Mittwoch , 22 Mai 2013
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“Die Pflicht der Kirchen ist, der Gesellschaft zu dienen”

Hatten wir den Spruch nicht schon? Ich hab ehr­lich gesagt, im Moment keine Lust, mich durch das Geschwurbel der Kirchen-Verlautbarungen der letz­ten zwei Tage zu wüh­len. Ist es doch immer wie­der der glei­che Sermon. So auch hier:

evangelisch.de inter­viewt Thomas Begrich (das ist der glei­che, der heute schon einen Artikel bei evangelisch.de hatte – siehe hier)

Der Autor addiert letzt­lich irgend­wel­che Zahlen. Geld, das die Kirchen nicht bekom­men, Geld, das sie nicht aus­ge­ben und vor allem Geld, das nicht kirch­li­chen, son­dern staat­lich gewoll­ten Zwecken dient. Und so zeigt sich am Schluss sei­nes Buches, was er schein­bar will: Der Staat finan­ziere die Kirchen pro Jahr 19 Milliarden Euro – und das sei doch wohl nicht rich­tig…

die “irgend­wel­chen” Zahlen sind recht kon­kret und so genau wie nur mög­lich ermit­telt. Aber es ist schon klar, dass der Herr von der EKD das abstrei­ten muss. Er dient ja dem Verein, der davon pro­fi­tiert.
Aber jetzt kommt’s:

Kirchliche und staat­li­che Haushaltspläne sind keine Geheimhaushalte, son­dern öffent­lich ein­sehr­bar. Können Sie sich erklä­ren, warum Frerk Staat und Kirchen den­noch man­gelnde Transparenz bei der Darstellung finan­zi­el­ler Zuwendungen vor­wirft?
Diese Vorwürfe gehö­ren schein­bar zur Methode. Erst wer­den Daten ermit­telt, die es gar nicht gibt, dann wird behaup­tet, wir wür­den sie nicht offen­le­gen oder gar ver­heim­li­chen. [...] Nein, unsere Zahlen sind öffent­lich und ste­hen im Internet

Sprachs und ver­weist auf die unglaub­lich schlechte Seite www.kirchenfinanzen.de. Wenn meine Steuererklärung so aus­se­hen würde, bekäme ich ver­mut­lich gro­ßen Ärger mit dem Finanzamt.

Und bei jeder Frage, bei der Herr Begrich um Auskunft zu den kon­kre­ten Zahlen im Violettbuch gebe­ten wird… zieht er sich mit dem Spruch “Das Buch ist ja auch kein Sachbuch, son­dern eine Streitschrift” aus der Misere. Ich wette, dass wir die­sen Satz noch hun­derte Male lesen und hören wer­den. Denn nach Logik der Kirche muss man wohl auf eine Streitschrift nicht argu­men­ta­tiv ant­wor­ten son­dern kann sie von oben herab abwer­ten.

Um dann so etwas abzu­son­dern:

Was mei­nen Sie, will Herr Frerk das? Möchte er all das, wo Kirchen sich enga­gie­ren, abschaf­fen?
Es geht ihm sicher um eine Gesellschaft ohne Gott und ohne Kirche. Meine Sorge wäre, dass das dann auch eine Gesellschaft ohne Barmherzigkeit wird.

Ohne die barm­her­zi­gen Herren, die Kinder miss­brau­chen; sexu­ell, ver­bal oder “nur” kör­per­lich züch­ti­gen? Ohne die Barmherzigkeit, mit der Waffen und Soldaten geseg­net wer­den? Ohne die Barmherzigkeit, mit der der aktu­elle Papst sich mit den isla­mi­schen Mullahs in Teheran ins Benehmen setzt?

Diese Welt wäre bes­ser dran ohne diese Religioten.

meint
Nic

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

6 Kommentare

  1. Religion und Kirche sind nicht das selbe.

    • Dessen bin ich mir sehr bewusst. Und Du wirst ganz sicher bei mir keine Worte gegen reli­giös emp­fin­dende Menschen fin­den; aber sicher­lich gegen die Kirchen.
      Doch: wie kommst Du auf diese Anmerkung?

    • “Religion und Kirche sind nicht das selbe.”

      “Religion” … das bewußte Verhältnis und tätige Verhalten zu der ihm über­ge­ord­ne­ten über­sinn­li­chen Macht …”
      aus “Das moderne Lexikon”, Bertelsmann 1972.

      Religion = an ein­ge­bil­dete Mächte glau­ben, Hirngespinste für real hal­ten …
      Kirchen = Sammelbecken für reli­giöse Menschen

  2. Der Mann ist so was von schein­hei­lig… Pfaffen-Ausbildung mit der von Ingenieuren gleich­zu­set­zen… Konzerne zah­len wenigs­tens noch etwas an Steuern.

    Und dann… dass spen­den für die Kirchen etc. KEINE ein­nah­men der der Kirchen sind und dass die daher nicht aus­ge­wie­sen wer­den kön­nen. Ich war/bin seit 1990 in gemein­nüt­zi­gen Vereinen nach bun­des­deut­schem Recht tätig – und wir MUSSTEN alle Spenden nach­wei­sen, ansons­ten würde uns das Finanzamt die Gemeinnützigkeit ent­zie­hen…

    aber das Katholiken und Evangelen so was von mas­siert und sofort in die Medien-Gegenoffensive gehen, beweist die Richtigkeit säku­la­rer Forderungen und des Violettbuches…

    wobei… wobei die Erklärung des Berliner HVD mehr als schwach ist. Naja, wenn man kuscheln will, dann kann/darf man auch nicht kon­se­quent sein.

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