Auf der Webseite von Maryam Namazie fin­det sich eine Pressemitteilung “A response to the Islamic Republic of Iran’s decep­ti­ons regar­ding Sakineh’s impen­ding exe­cu­tion”- die ich hier ins Deutsche über­setzt habe:

PR Nr. 88
4 November 2010

Eine Antwort an die die Islamische Republik Iran wegen der Täuschungen über die bevor­ste­hende Hinrichtung Sakineh’s

Eine sofor­tige und welt­weite öffent­li­che Empörung folgte auf die drin­gende Pressemitteilung des Internationalen Komitees gegen Steinigung und Hinrichtung, die die bevor­ste­hende Hinrichtung Sakineh Mohammadi Ashtiani’s ankün­digte. Kurz danach schick­ten mehr als eine halbe Million Menschen  Protestbriefe, gab es zwei Millionen Tweets für Sakineh und Kundgebungen und Veranstaltungen wur­den in einer Reihe von Städten ver­an­stal­tet.

Das Internationale Komitees gegen Steinigung und Hinrichtung gab die Pressemitteilung nach Erhalt glaub­wür­di­ger Informationen zur Bestätigung des Planes, die Hinrichtung am 3. November durch­zu­füh­ren, her­aus. Verlässliche Quellen im Iran bestä­tig­ten, dass die Erlaubnis von Teheran geschickt wurde, damit im Gefängnis von Tabriz die Hinrichtung durch­ge­führt wer­den kann. Es wurde außer­dem Sakineh Name auf einer schwar­zen Liste gese­hen, auf denen jene ver­zeich­net sind, deren Hinrichtung durch­ge­führt wer­den soll.

Die Islamische Republik Iran rich­tet häu­fig Menschen ohne öffent­li­che Warnung oder Hinweis hin. Sogar ohne Unterrichtung der Anwälte und Familienmitglieder, um eine natio­nale und inter­na­tio­nale Verurteilung zu ver­mei­den. Nach Angaben der International Campaign for Human Rights wur­den min­des­tens 23 Menschen allein in den letz­ten Tagen ohne offi­zi­elle Ankündigung hin­ge­rich­tet.
Dennoch ver­sucht das Regime zu ver­ber­gen, in wel­cher Gefahr Frau Ashtianis Leben ist in. Der Außenminister Manouchehr Mottaki sagte sei­nem fran­zö­si­schen Amtskollegen Bernard Kouchner, dass “das end­gül­tige Urteil im Fall Sakineh Ashtiani nicht durch die ira­ni­sche Justiz ange­kün­digt wer­den wird.” Malek Ajdar Sharifi, der Leiter der Justizverwaltung in Ost-Aserbaidschan, der Provinz, in der Frau Ashtiani ein­ge­sperrt ist, sagte auch, dass ihr Fall unter gericht­li­cher Kontrolle war und sie bei “voll­kom­me­ner Gesundheit” war.

In der Islamischen Republik Iran bedeu­tet eine “gericht­li­che Über­prü­fung” oft nur, dass das Regime auf die Gelegenheit war­tet, um seine Urteile zu voll­stre­cken. Das Regime hat viele Menschen hin­ge­rich­tet, wäh­rend ihre Fälle noch nicht abge­schlos­sen waren. Der bekann­teste Fall war der jugend­li­che “Täter” Delara Darabi, der im Jahr 2009 wäh­rend eines zwei­mo­na­ti­gen Aufschubes hin­ge­rich­tet wurde.

Während Sakineh seit dem 11. August ohne Kontakt zur Außenwelt ist und ihr Sohn, Sajjad Ghaderzadeh, sowie ihr Rechtsanwalt, Houtan Kian, seit dem 10. Oktober in Haft gehal­ten und gefol­tert wer­den, wird das Internationale Komitee gegen Steinigung und Hinrichtung wei­ter­hin als ihre Stimme und zu ihrer Verteidigung han­deln. Und wir wer­den wei­ter­hin Alarm aus­lö­sen, wenn nötig, bis Fr. Ashtiani’s Urteil über die Steinigung oder Hinrichtung auf­ge­ho­ben wird. Ihr Sohn und Anwalt sind unbe­dingt und sofort frei­zu­las­sen.

Internationales Komitee gegen Execution
Internationales Komitee gegen Steinigung

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