[Erstveröffentlichung: 11. August 2009]

leibarzt Per Olov Enquist Der Besuch des LeibarztesEin Buch über Aufklärung, “schwarze Pädagogik” und das Leben und Wirken des Johann Friedrich Struensee (1737–1771) wer­den hier in einem umfang­rei­chen Roman ver­wo­ben – zu einem Gespinst aus Geschichte und Geschichten.

Das sind schon Themen, die mich inter­es­sie­ren; zumal es darum geht: wie ist Aufklärung umzu­set­zen? Kann man das “von oben” – auf das Einsickern der Vernunft in das Volk hof­fend – oder bedarf es einer Revolution? Was ist Macht und wie kann man sie ein­set­zen?

Struensee, der tra­gi­sche Held, ver­mag nicht, die ihm zufal­lende Macht dazu zu benut­zen, seine auf­klä­re­ri­schen Ideen umzu­set­zen. Mit sei­nem Kopf fällt auch das Gerüst sei­ner Gesetze und Verordnungen.

Wie das Gute durch­set­zen, ohne zu den Mitteln des Bösen zu grei­fen? – Per Olov Enquists Roman ist ein ele­gi­scher Abgesang auf das 20. Jahrhundert und sei­nen demi­ur­gi­schen Traum von der Weltvollendung. Wo es sich dem Prinzipiellen ergibt, ver­wan­delt sich das Licht der Aufklärung in jene «schwarze Fackel der Vernunft», wie sie der Irrsinn König Christians ver­kör­pert. Ohne das ver­mit­telnde Spiel der Politik gerät der uto­pi­sche Moralismus leicht zum Desaster. … Es ist die Ästhe­tik des Untergangs in Reinheit, die Struensee am Ende lei­tet, sich von Guldbergs Schergen wie ein Lamm zur Schlachtbank füh­ren zu las­sen. Doch da ist jemand, der gelernt hat, den «Hebel am Haus der Welt» anzu­set­zen. Eine Frau ohne Eigenschaften sollte sie sein – und wuchs als Liebende in einen ande­ren Zusammenhang hin­ein: Caroline Mathilde und ihre Zivilcourage wei­sen den Weg in die Zukunft. Und so ist «Der Besuch des Leibarztes» zuletzt auch ein femi­nis­ti­scher Roman. (Quelle: Amazon)

All das sind große Themen. Aber…

aber lei­der hatte ich die ganze Zeit das Bedürfnis, das Buch fort­zu­le­gen. Zu tro­cken die Sprache, zu sper­rig das Erzählen. Nur weil es das ein­zige Buch war, das ich auf der Reise mit hatte, las ich es wirk­lich zu Ende; quälte ich mich durch die Seiten.
Die beste Frau von allen meinte immer: nach 100 Seiten hast Du Dich ein­ge­le­sen… ich hab es noch nicht geschafft, als ich das Buch been­dete.

Schade, denn das Thema ist wirk­lich span­nend und aktu­el­ler denn je.

Nic

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Nic

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