[Erstveröffentlichung: 19. Januar 2009]

eldorado naipaul V.S. Naipaul   Abschied von EldoradoIch habe die­ses Buch unter “Literatur” getagt, obwohl es eigent­lich eher als ein Sachbuch anzu­se­hen ist; ein Geschichtsbuch um genauer zu sein.

Anders als seine groß­ar­ti­gen Werke “Indien – ein Land in Aufruhr” und “Eine isla­mi­sche Reise” ist die­ses Buch nicht lebens­voll und über­quel­lend. Sondern eher nüch­tern und tro­cken. Obwohl es Unmengen an Figuren gibt, die han­deln und beschrie­ben wer­den bleibt das Buch sach­lich; zu sach­lich für mei­nen Geschmack.

Mag sein, dass ich durch die genann­ten Bücher ver­wöhnt bin. Und von Naipaul nun immer solch über­bor­dende Beschreibungen erwarte.

Abschied von Eldorado hat den Untertitel “Eine Kolonialgeschichte”. Und es erzählt die Geschichte der Kolonialisierung Naipauls Geburtsinsel Trinidad.
Der Autor hat Unmengen an Sekundärliteratur gewälzt; diverse Museen in England und Spanien sowie Venezuela durch­stö­bert. Heraus kam eine Geschichte, in der nicht die han­deln­den Menschen, son­dern die Insel die Hauptfigur ist.
Und so wenig wie über die indo­ge­nen Ureinwohner Trinidads bekannt ist, so viel ist über die kon­kur­rie­ren­den Mächte bekannt, die auf der Insel ihren Einfluss gel­tend mach­ten: Spanier, Engländer, Franzosen, Niederländer und sogar Deutsche. Nicht zu ver­ges­sen die Indianer und die (dort­hin ver­schlepp­ten) schwar­zen Sklaven.

Dieses Buch besteht aus zwei ver­ges­se­nen Geschichten. Die erste han­delt von der Suche nach Eldorado [...]

Die zweite Geschichte trägt sich fast zwei­hun­dert Jahre spä­ter zu. Sie han­delt von dem Versuch der Briten, aus­ge­hend von der gerade erober­ten Insel Trinidad im Spanischen Weltreich eine Revolution der heh­ren Prinzipien aus­zu­lö­sen. Seite 11

Das Buch wird für Naipaul sicher­lich wich­tig gewe­sen sein, um seine Wurzeln, die Geschichte sei­ner Familie und sei­ner Heimat zu ver­ste­hen. (Er ist Nachfahre von auf Trinidad ein­ge­wan­der­ten Indern.)
Dem Leser – vor allem dem mit der Geschichte Südamerikas kaum ver­trau­ten Leser wie mich – … ich will nicht sagen: lang­weilt es… aber es ist doch eher erschöp­fend zu lesen. Kaum weiß ich die vie­len (his­to­ri­schen) Figuren aus­ein­an­der zu hal­ten; kaum bin ich in der Lage, den poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Kämpfen der Zeit zu fol­gen. Ich weiß ein­fach viel zu wenig über die Geschichte der Kolonialisierung Südamerikas.

Deshalb wird die­ses Buch wohl eher eines sein, dass ich nur dies eine Mal gele­sen habe… was nicht gegen das Buch spricht – eher für meine Unwissenheit.

Nic

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Nic

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