[Erstveröffentlichung: 24. November 2008]

einheit d wissens Michael Schmidt Salomon Auf dem Weg zur Einheit des WissensMit Erstaunen habe ich bei der Vorbereitung die­ses Artikels fest­ge­stellt, dass ich Schmidt-Salomons zwei wich­tigste Bücher – “Das Manifest des evo­lu­tio­nä­ren Humanismus” und “Die Kirche im Kopf” – im Blog noch nicht beschrie­ben habe. Das wird nach­ge­holt; ver­spro­chen.

Doch nun zu die­sem Buch – Heft wäre bes­ser; hat es doch nur etwas mehr als 30 Seiten. Ich zitiere erst ein­mal den kom­plet­ten Titel: “Auf dem Weg zur Einheit des Wissens” Untertitel: “Die Evolution der Evolutionstheorie und die Gefahren von Biologismus und Kulturismus”. Damit ist der Titel bald län­ger als der Text wink Michael Schmidt Salomon Auf dem Weg zur Einheit des Wissens – und sagt genau, was der Inhalt des Essays ist: Schmidt-Salomon ver­tieft und erklärt Aussagen aus dem Manifest.

Ziel des vor­lie­gen­den Essays ist es, die Idee der “Einheit des Wissens” nicht nur in kom­pri­mier­ter Weise dar­zu­stel­len, son­dern auch einige theo­re­ti­sche Stolpersteine aus dem Weg zu räu­men, die bis­lang den Zugang zu einer sol­chen inte­gra­ti­ven, trans­dis­zi­pli­nä­ren Perspektive behin­dert haben. (Seite 7)

Im ers­ten Teil des Textes gibt er einen Überlick über die Evolution der Evolutionstheorie (ein net­tes Wortspiel) – er unter­schei­det 4 Phasen die­ser Entwicklung – und erklärt diese in weni­gen Absätzen. Wer sich aller­dings wirk­lich mit die­sen Thema aus­ein­an­der­set­zen möchte kommt hier zu kurz. Aber das ist sicher­lich auch nicht das Anliegen des Textes.

Schmidt-Salomon defi­niert dann die im Untertitel genann­ten (und mir zuvor eini­ger­ma­ßen frem­den) Begriffe “Biologismus” und “Kulturismus” und ver­sucht dar­auf­hin, einen Begriff des “evo­lu­tio­nä­ren Humanismus” zu defi­nie­ren, der sich von die­sen -ismen abgrenzt. Hier fin­den sich Ansätze sei­nes Gedankengebäudes wie­der, das er im “Manifest” errich­tete. Insofern sind die im Essay aus­ge­führ­ten Ideen für den, der das “Manifest des evo­lu­tio­nä­ren Humanismus” kennt, keine Neuigkeiten; hier jedoch in kur­zer, prä­gnan­ter Form zusam­men­ge­fasst. (Allerdings denke ich, dass, wer sich durch die­ses Heft erst­ma­lig mit der Materie befasst, eher mehr Fragen haben wird als er Antworten bekommt.)

Michael Schmidt-Salomon ist Sprecher der Giodano Bruno Stiftung (die auch als Herausgeber des Heftes fun­giert; das vor­lie­gende ist das erste einer Schriftenreihe; das Heft 2 “Vom Virus des Glaubens” liegt bereits bereit) und hat mit jener gemein, dass sie sich für die Inhaber der end­gül­ti­gen Wahrheit hal­ten. Leider schlägt sich das in arrogant-süffisanten Formulierungen nie­der die mei­ner Meinung nach ver­mie­den wer­den soll­ten. Auch wenn Schmidt-Salomon an ande­rer Stelle (s)einen Toleranzbegriff defi­niert, so stört mich doch diese Über­heb­lich­keit die all denen gegen­über zum Ausdruck gebracht wird, die ande­rer Meinung sind. Das macht lei­der die Aussagen – zu denen ich mich bekenne – angreif­bar. Wenn man sei­nen Diskussionspartner nicht ernst nimmt; woher soll eine erst­hafte Diskussion kom­men?

Des Autors Erkenntnis, dass nur eine ver­netzte Wissenschaft Grundlage für eine moderne, für eine huma­nis­ti­sche Philosophie sein kann, erklärt sich (mir) von selbst. Und ist sicher­lich die wich­tige Aussage die­ses Essays wie auch vie­ler sei­ner ande­ren Texte. (Eine Auswahl davon fin­det sich auf der web­seite des Autors)

Lesenswert ist das Heft alle­mal; mehr zur gedank­li­chen Welt Schmidt-Salomons fin­det sich auf der Website des Autors als auch auf den Seiten der Giodarno Bruno Stiftung.

Nic

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Nic

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

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