[Erstveröffentlichung: 21. Juli 2008]

beauvoir sterblich Simone de Beauvoir   Alle Menschen sind sterblichDas ist eines der bekann­tes­ten Bücher de Beauvoirs – und ein Klassiker des Existentialismus.
Zudem ist es ein sehr lesens­wer­tes Buch vol­ler Leben, Fragen und Antwortversuchen.

Auch wenn im Klappentext steht: “Foscas wech­sel­volle Schicksale las­sen in ihm die tra­gi­sche Erkenntnis rei­fen, daß die Sehnsüchte der Menschen ewig uner­füll­bar und ihre Hoffnungen immer ver­geb­lich sind.” – so las ich das Buch nicht ganz frei von Hoffnungen. Auch wenn Hoffnungen zeit­lich begrenzt sind und nur für wenige (er)zählenswert; so ist es doch das Leben der Menschheit, das sich aus vie­len klei­nen Leben, aus vie­len klei­nen Hoffnungen zusam­men­setzt.
Ich kann dem etwas Positives ent­neh­men.

Fosca – die Hauptfigur des Buches – sehnt sich nach Unsterblichkeit – und begreift erst viel spä­ter, dass das Fluch und kein Segen ist. Mit ihm wan­dert der Leser durch 600 Jahre euro­päi­sche (und ame­ri­ka­ni­scher) Geschichte: eine Geschichte vol­ler Leid, Tragik, Krieg, Hunger und offen­sicht­lich unaus­rott­ba­rer Dummheit.

Und es bleibt offen, was schreck­li­cher ist: dies von Außen zu sehen (wie Fosca) oder darin zu leben ohne zu ahnen, wie sinn­los all das Abgestrampel ist.

Ich halte es für ein sehr emp­feh­lens­wer­tes Buch – mag jeder selbst her­aus­le­sen, was ihm gerecht wird. Das hängt ver­mut­lich sehr davon ab, ob der Leser Optimist oder Pessimist ist; wobei ich mich zu den Ersteren zähle (zumin­dest, was die Menschheitsgeschichte angeht).

Nic

Über den Autor

Nic

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