[Erstveröffentlichung: 28. Mai 2008]

vermessung der welt Daniel Kehlmann   Die Vermessung der WeltDies war eines der amü­san­tes­ten Bücher, die ich in der letz­ten Zeit gele­sen habe.

Daniel Kehlmanns Buch lebt von einem hin­ter­grün­di­gen Humor und einer im Deutschen eher sel­ten siche­ren Hand für Komik. Diese Komik rührt schon gene­rell daher, dass Kehlmann es schafft, den “Grossdenkern” (und Protagonisten des Buches) Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt nicht nur heroi­sche Taten anzu­dich­ten. Gauß zeigt er als vom Leben ent­täusch­ten und generv­ten, schrul­li­gen Mann, der nie­man­den lie­ben kann. Und Humboldt ist Zeit sei­nes Lebens bemüht, seine homo­ero­ti­schen Neigungen zu unter­drü­cken – und reist an das Ende der Welt, um zu ent­flie­hen…

Doch allein die­ser Widersprüche in den Leben der Beiden allein bringt nicht die Komik. Ein Satz wie:

Nach einem hal­ben Jahr in Neuandalusien hatte Humboldt alles unter­sucht, was nicht Füße und Angst genug hatte, ihm davon­zu­lau­fen. (Seite 69)

genügt, um Spaß am Lesen zu bekom­men.

Ich weiss nicht, ob und wie weit diese Art Biographie des his­to­ri­schen Tatsachen gerecht wird; ob sich Gauß und Humboldt wirk­lich je begeg­net sind (im Wikipedia-Eintrag zum Buch wird das ver­neint)… aber das ist auch uner­heb­lich.

Denn Kehlmann ist ein wun­der­ba­res Buch gelun­gen: iro­nisch, wit­zig und doch lehr­reich und ver­son­nen: Wie weit muss ein Mensch rei­sen, um sich selbst zu ent­kom­men – was dann doch nicht gelingt. Und wer erkennt mehr von der Welt? Der Weltreisende oder der Stille, der Tage damit zubringt, die Bewegung einer Kompassnadel zu betrach­ten?

Nic

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Nic

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