Atomkraftgegner werden immer präsenter
BERLIN. (hpd) Am Wochenende überfluteten etwa 100.000 Demonstranten das Berliner Regierungsviertel. Ihr gemeinsames Anliegen war das „Nein“ zur Atomkraft. Die rote Anti-Atomkraft-Sonne kommt zu neuen Ehren.
Es ist schon fast peinlich, wie viele Großveranstaltungen in Berlin im Monat September stattfinden. Am letzten Wochenende fand die „Freiheit statt Angst“-Demo statt, am kommenden gibt es den Berlin-Marathon. Und an diesem neben der – zumindest personell – etwas unwichtigeren Lebens-Schützer-Demo und der – etwas wichtigeren – Gegen-Demo dazu trafen sich 100.000 Menschen, um gegen die Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung zu protestieren. Es dürfte damit die wohl größte Anti-Atom-Demo gewesen sein, die es in Deutschland je gab.
Im letzten Jahr war das schon eine machtvolle Demonstration des Volkswillens; in diesem Jahr hat sich die Teilnehmerzahl noch verdoppelt.
Durch die geplante Verlängerung der Laufzeiten für längst abgeschriebene Kernkraftwerke hat die derzeitige Bundesregierung gezeigt, dass die – berechtigten – Ängste der Bevölkerung negiert werden. Insbesondere wird von den Atomkraftgegnern immer wieder darauf hingewiesen, dass die Lagerung des radioaktiven Mülls weder geklärt ist noch derzeit ernsthaft und sorgfältig gehandhabt wird. Die Missachtung der elementarsten Sicherheitsvorschriften in Asse sprechen für sich; genau wie die immer noch andauernde „Prüfung auf Geeignetheit“ des „Endlagers Gorleben“.
Es ist dies kein Thema mehr allein für irgendwelche Ewig-Unzufriedene, keines nur einer kleinen Minderheit. Einhunderttausend Demonstranten sprechen eine deutliche Sprache. Und sagen „Nein!“. Wie ein Sprecher der CDU (in der gestrigen Tagesschau) daraus ableiten kann, dass „die Mehrheit der Bevölkerung sich für Atomenergie ausspricht“, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

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