Donnerstag , 23 Mai 2013
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Erwin Strittmatter – Tinko

[Erstveröffentlichung: 21. September 2007]

Dieses Buch von Erwin Strittmatter ist wohl eines sei­ner bekann­tes­ten: gehörte es doch (wie Pony Pedro) zeit­wei­lig zur Schulliteratur. Die hier abge­bil­dete Ausgaben ist die (erste) Ausgabe aus dem Kinderbuchverlag von 1956.

Wie schon “Ole Bienkopp” und der “Ochsenkutscher” spielt auch die­ses Buch wie­der auf dem Dorf. Nun aller­dings in der Lausitz – es ist das Heimatdorf Strittmatters, dass spä­ter in der “Laden”-Trilogie eine Hauptrolle bekommt. Zum Erscheinen des Buches war die beschrie­ben Zeit – die nach dem Ende des 2. Weltkrieges – noch nicht so lang her. Und – wie im “Bienkopp” – gibt es wie­der gute Bauern und böse.
Na ja.

Erzählt wird aus der Perspektive eines ca. 12-jährigen Jungen, der sehr naiv ist (nai­ver und düm­mer als alle ande­ren Kinder des Dorfes; aber auch der­je­nige, der am meis­ten auf der Kleinlandwirtschaft arbei­ten muss.)
Entwicklungsroman müsste man wohl nen­nen, was man liest. Denn Tinko ent­wächst der Enge des groß­el­ter­li­chen Hauses (und Hofes), wird Pionier (und somit einer von den Guten) und ein bes­se­rer Schüler.
Na ja.
Aber in die­sem Buch ent­wi­ckelt Strittmatter bereits seine ganz eige­nen, poe­ti­sche Sprache (die mir dann bei “Ole Bienkopp” fehlte). Die Natur, die Landschaft leben mit, sind Teil des Erzählten. Das ist die Stärke des Romanes. Es fehlt nicht an Witz und die Figuren sind fein gezeich­net und blei­ben leben­dig, selbst wenn das Buch dann aus­ge­le­sen ist. (Aber das wird daran lie­gen, dass ich sie alle gut kenne – sie tau­chen ja – leicht ver­än­dert – in all sei­nen Büchern auf.)

Spannend fand ich, dass Strittmatter bereits in die­sem Buch den Tod sei­nes Großvaters bear­bei­tet: das ist ein Thema, dass ihn Zeit sei­nes Lebens beschäf­tigt hat. Und mir war ent­fal­len, dass er bereits im Tinko dar­über spricht.

Wenn man Erwin Strittmatters Bücher mag, sollte/kann man auch “Tinko” genie­ßen. Man muss jedoch schon ein wenig offen sein, die Stimmung und die Werte der jun­gen DDR zu akzep­tie­ren.

Nic

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

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