Month: August 2010 (page 4 of 9)

Sarrazin schreibt ein Buch

… und es ist logisch, dass ich dar­auf rea­giere wie der Stier auf das rote Tuch.

Weshalb nur wun­dert es mich über­haupt nicht, dass Thilo Sarrazin sein Buch bei der BILD pro­mo­ten darf? Unter der Schlagzeile “Deutschland wird immer ärmer und düm­mer!” ver­brei­tet er sein übli­ches Halbwissen. Gepaart mit ver­ba­len Ausfällen gegen all die, die er für die Upperclass hält. Ein wahr­lich wider­li­ches Geschreibsel.

Fast hätte ich Lust, den gesam­ten Artikel Wort für Wort zu zer­pflü­cken. Aber da die BILD bereits ankün­digt, das noch mehr von die­ser Volksverblödung zu erwar­ten ist, heb ich mir noch etwas für die kom­men­den Tage auf.

Als ich Sarrazin letz­tens Demagogie vor­warf, bekam ich bei Facebook dafür arge Schelte. Nun kann ich pro­blem­los auf den BILD-Artikel ver­wei­sen, denn da schreibt er:

Geburtenrückgang, Bildungs-Misere, wach­sende Unterschicht und man­gelnde Integration – wenn nicht bald etwas pas­siert, schaf­fen sich die Deutschen selbst ab.

Er begrün­det diese merk­wür­di­gen Thesen damit, dass “eine Nettoreproduktionsrate (Töchter pro Frau, d. Red.) von 0,7 oder weni­ger, wie wir sie seit 40 Jahren haben” bedeu­tet,  “dass die Generation der Enkel jeweils halb so groß ist wie die der Großväter. Die Geburtenzahl sank in Deutschland von über 1,3 Millionen jähr­lich in der ers­ten Hälfte der Sechzigerjahre auf 650 000 im Jahr 2009 ab.”

Das klingt erst ein­mal logisch. Ist es aber nicht. Denn:

Dieses Szenario weist zwei grund­le­gende Probleme auf. Das erste davon ist die demo­gra­phi­sche Entwicklung an sich. Die Vorhersagen, auf denen das ganze Horrorszenario beruht, sind nicht bes­ser als Kaffeesatzleserei. Eine Voraussage über 50 Jahre in die Zukunft ist voll­kom­men unse­riös. (Quelle: Oeffinger Freidenker - ich emp­fehle sehr die Lektüre des gesam­ten Artikels)

Dabei spricht Sarrazin im Weiteren an, dass diese (wie gese­hen: fal­sche) Folgerung nur die “ur“deutsche Bevölkerung betrifft. Migranten, auch die der drit­ten Generation, zäh­len für ihn nicht als Deutsche. (Ich nenne die­ses Denken im Übri­gen “Rassismus”.):

Geht das so wei­ter – und warum sollte sich etwas ändern an die­sem Trend, der schon über vier Jahrzehnte anhält –, dann wird in 90 Jahren die Zahl der Geburten in Deutschland bei rund 200 000 bis 250 000 lie­gen. Höchstens die Hälfte davon wer­den Nachfahren der 1965 in Deutschland leben­den Bevölkerung sein.

Ja und? Vermutlich hält Sarrazin die Deutschen für etwas Besonderes. Mit die­ser Idee sollte er mal in die USA gehen. Man würde ihn dort nur ver­ständ­nis­los anschauen (außer in eini­gen Teilen des Südens, wo sich die “Weißen” für bes­ser als alle ande­ren hal­ten”).

Es ist mir per­sön­lich ziem­lich egal, ob mein Nachbar in der sie­ben­und­drei­ßigs­ten Generation “ur“deutsch ist. Genau genom­men trifft das auf Viele, die sich genau so füh­len, sowieso nicht zu. Wie viele Nachkommen der Hugenotten gibt es in und um Berlin, wie viele pol­nisch­stäm­mige im Ruhrpott? Da stellt sich mir die Frage, ab wann Sarrazin (und Gleichdenkende) Menschen mit dem Stempel des Deutschseins bedie­nen mögen. Ehrlich: ich kann auf einen sol­chen Stempel gut und gern ver­zich­ten.

Und weil Sarrazin sich für einen Helden hält und einen, der aus­spricht, was die Wahrheit sei, fol­gert er:

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Neue GBS-Regionalgruppen

Ebenfalls über den eben erwähn­ten Newsletter der Giordano-Bruno-Stiftung wurde die Gründung von zwei neuen Regionalgruppen bekannt­ge­ge­ben.

Neu hin­zu­ge­kom­men sind die Regionalgruppe München im Süden und Oldenburg/Bremen im Norden. Langsam füllt sich die Karte :-)


GBS-Regionalgruppen auf einer grö­ße­ren Karte anzei­gen

Beide Gruppen sind nun auch in die Blogroll über­nom­men.

Nic

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Die GBS unterstützt “100 Städte der Welt gegen Steinigung”

GBS LogoIm heu­ti­gen Newsletter der Giordano-Bruno-Stiftung wird auch auf die geplan­ten Aktionen zum kom­men­den Samstag hin­ge­wie­sen. Ich hoffe, wir wer­den zahl­reich sein…

Die 43jährige Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani, Mutter von zwei Kindern, soll wegen angeb­li­chem Ehebruch gestei­nigt wer­den. Der Fall hat inter­na­tio­na­les Aufsehen erregt. Führende west­li­che Politiker (wie US-Außenministerin Hillary Clinton) setz­ten sich in den letz­ten Wochen für Ashtiani ein. Der bra­si­lia­ni­sche Präsident da Silva bot ihr Asyl an und fragte beim ira­ni­schen Präsidenten Ahmadinejad um Erlaubnis zur Ausreise Ashtianis an. Aufgrund des inter­na­tio­na­len Drucks sah sich der Iran genö­tigt, den Exekutionstermin im Juli abzu­sa­gen. Doch Ashtiani schwebt wei­ter­hin in Lebensgefahr.

Die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (und gbs-Stipendiatin), Mina Ahadi, die die Protestaktionen koor­di­niert, hat als Sprecherin der „Internationalen Kampagne gegen Steinigung“ für den 28. August zu einem Aktionstag „100 Städte gegen Steinigung“ auf­ge­ru­fen. Die Giordano Bruno Stiftung unter­stützt die Kampagne. In Deutschland sind Aktionen in Berlin, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Köln, Giessen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mainz, Mönchengladbach, München, Paderborn, Ulm und Zwickau geplant.

Weitere Informationen auf der Website:
http://stopstonningnow.com/wpress/category/100-cities-materials

Siehe auch das Hintergrundinterview mit Mina Ahadi auf Welt-online:
http://www.welt.de/politik/ausland/article8928105/Bei-Steinigungen-wird-jeder-zum-Komplizen.html

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Fundstücke 14

Während die Welt zit­tert, weil Iran ein Atomkraftwerk eröff­net hat, ver­sucht die deut­sche Atomlobby die Regierung zu erpres­sen über­zeu­gen, dass Brennelemente nicht zu besteu­ern sind.

Die Titanic hat eine Idee für einen Schlichter im Streit:

Nic

Bildquelle: titanic-magazin.de

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Fundsache: Namensvetter

Durch einen dum­men Zufall bei der Newssuche fand ich heute: http://bloghaus.org - und wenn ich dem Impressum Glauben schen­ken darf, hatte ich die Idee mit dem Wortspiel Blog Haus (wie in Blockhaus) eher…

Und auch das unter­schei­det uns:

Bloghaus.org, die Seite, auf die nie­mand gewar­tet hat, wurde im Dezember 2009 ins Leben geru­fen. Sie erhebt keine hohen Ansprüche…

Bin gespannt; die­ses Blog schau ich mir sicher­lich ab und an an.

Nic

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Fotos der heutigen Iran-Mahnwache in Berlin

Da am Freitag die Mahnwache aus­fal­len musste, da der Bundespräsident eine “Tafel” am Brandenburger Tor ver­an­stal­tete, wurde die Berliner Iran-Mahnwache auf den heu­ti­gen Tag ver­scho­ben. Hier ein paar Bilder. (Fotos zum Vergrößern ankli­cken.)

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Flüchtlinge in Griechenland: Gestrandet, entrechtet und ohne Schutz!

[Pressemitteilung des Komitee zur Unterstützung der poli­ti­schen Gefangenen im Iran-Berlin e.V.]

IranPresseerklärung zur Kundgebung am Di. 24.08.2010, 16.00 Uhr vor der Vertretung Griechenlands in Berlin, Wittenbergplatz 3a

Griechenland ist für Tausende schutz­su­chen­der Menschen zum Tor nach Europa gewor­den. Auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung kom­men vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan, Iran und Somalia.

Die grie­chi­schen Behörden sind offen­sicht­lich über­for­dert:
Die Zustände sind unhalt­bar. Asylanträge wer­den nicht bear­bei­tet, Tausende Flüchtlinge und Migranten leben auf der Straße oder hau­sen mit­tel­los in not­dürf­ti­gen Unterkünften und zie­hen als Binnenflüchtlinge durchs Land, wo sie vor einer wach­sen­den Zahl ras­sis­ti­scher Über­griffe nicht sicher sind.

Um auf diese kata­stro­phale Situation auf­merk­sam zu machen, befin­det sich eine Gruppe ira­ni­scher Flüchtlinge seit Wochen vor der UNHCR- Vertretung in Athen im Hunger- und Sitzstreik.

Als Protest gegen diese unmensch­li­che Behandlung von Flüchtlingen, und Solidarität mit den im Hunger- und Sitzstreik befind­li­chen Flüchtlingen rufen wir zu einer Protestkundgebung auf.

Wir for­dern die grie­chi­sche Regierung auf, ihre Flüchtlingspolitik im Sinne einer huma­nen Politik grund­sätz­lich zu ändern. Griechenland als „Türsteher“ der Europäischen Union darf sich nicht sei­ner Verantwortung für den Flüchtlingsschutz und die Menschenrechte ent­zie­hen.

Aber auch die Europäische Union und die Bundesrepublik sind in der Verantwortung.

Die Dublin II Vereinbarung, die die Zuständigkeit für Asylverfahren in der EU regelt, bedarf einer grund­sätz­li­chen Revision. Der „Verschiebebahnhof“ in der EU sollte geschlos­sen wer­den.

Wir for­dern die Bundesregierung und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf, solange die Flüchtlinge in Griechenland kei­nen Schutz erhal­ten kön­nen, auf Abschiebungen nach Griechenland zu ver­zich­ten.

Komitee zur Unterstützung der poli­ti­schen Gefangenen im Iran-Berlin e.V.
Greifswalder Str. 4,
D-10405 Berlin
Tel. : +4930-42023399
Fax: +4930-41936868,
E-Mail: kupg_iran@yahoo.de

Verein ira­ni­scher Flüchtlinge in Berlin e.V.

Reuterstr. 52,
12047 Berlin
Tel. : 0172-1647761
E-Mail: Vereiniranischerfluechtlinge@gmx.de

Mit Unterstützung von:
Flüchtlingsrat Berlin
Color of Democratic Election e.V. (CODE e.V.)

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Religionsfreiheit vs. Burka

In den letz­ten Wochen - und sicher­lich nicht allein durch das mediale Sommerloch bedingt - gibt es immer wie­der Artikel in diver­sen Medien, die sich fra­gen, ob ein Burkaverbot wie in Frankreich sinn­voll ist oder nicht, ob es demo­kra­tisch legi­ti­miert sei und mit unse­ren hohen Werten über­ein­stimmt.

Das neben­ste­hende Bild zum Beispiel benutzt der Zentralrat der Exmuslime Öster­reichs, um für ein euro­pa­wei­tes Burkaverbot bei Facebook Stimmen zu erhal­ten.

Nun hat sich im Nachgang zum Verbot in Frankreich gezeigt, dass es nur eine ver­schwin­dende Minderheit ist, die davon betrof­fen ist. Etwas mehr als 300 Frauen sind davon betrof­fen - in einem Land mit etwa 61 Millionen Einwohnern.

Ich wider­spre­che die­sen Verboten. Denn was und wem nutzt es?

Ich begreife, dass der Hintergrund für die öster­rei­chi­schen Ex-Muslime darin besteht, die Befreiung der Frauen von der ent­wür­di­gen­den Vollverschleierung zu errei­chen. Frauen, die von ihren Männern dazu gezwun­gen wer­den (oder sich selbst ein­re­den, “frei­wil­lig” unter Schleiern und Kopftüchern zu ver­schwin­den). Frauen, die in immer grö­ße­rer Zahl - auch in Berlin - sich ver­hül­len und dabei deut­lich durch die Art des Kopftuchbindens zei­gen, dass das Tuch nicht als Schmuck son­dern als poli­ti­sches Symbol gehand­habt wird. All des­sen bin ich mir bewusst. Auch der Gefahr, die von einem poli­ti­schen Islam aus­geht.

Und doch stellt sich mir die Frage: Nutzt es, etwas zu ver­bie­ten? Ist das nicht viel zu ein­fach gedacht? Wäre es nicht viel­mehr muti­ger und sicher­lich auch anstren­gen­der, dar­über zu reden, wel­che Ursachen das Erstarken des poli­ti­schen Islam in Europa hat?

Wer meint, dass er irgend­ei­ner der unter den Schleier oder das Kopftuch gepress­ten Frauen hilft, sich aus dem Patriarchat zu ent­fer­nen, ist sehr blau­äu­gig. Eher steht zu ver­mu­ten, dass man diese Frauen noch mehr iso­liert. Ich möchte an den Film “40 Quadratmeter Deutschland” erin­nern. Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass Isolation das Ziel die­ser Anti-Burka-Kampagnen sein soll.

Mir ist schon klar, dass ich mit mei­ner Meinung Widerspruch regel­recht ein­for­dere. Continue rea­ding

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Mein Jahr als Pirat

Hätte mich mein guter Freund Zenga nicht daran erin­nert… die­ses his­to­ri­sche Datum wäre unbe­merkt an mir vor­bei­ge­gan­gen: Seit einem Jahr bin ich Mitglied der Piratenpartei.

Was ist in die­sem Jahr nicht alles gesche­hen!

Als ich sei­ner­zeit - um die Bundestagswahl herum und kurz danach - davon schrieb, dass sich nach der Wahl und mit der “nor­ma­len” Parteiarbeit die Spreu vom Weizen tren­nen würde, wußte ich natür­lich noch nicht, wohin mich der Wind wehen würde.
Und heute? Heute muss ich fest­stel­len, dass ich eher zur Spreu denn zum Weizen gehöre.

Was aller­dings nicht daran liegt, dass ich die Parteiziele nicht mehr teile würde. Sondern vor allem daran, dass sich im letz­ten Jahr für mich Vieles und Grundlegendes ver­än­dert hat. Und ich Aufgaben gesucht und gefun­den habe, die mir sehr nahe sind und für die ich arbeite und all meine Energie (und ein wenig mehr) gebe. Es gibt - mei­ner Meinung nach - zwi­schen Beidem sogar Berührungspunkte. Aber der Schwerpunkt hat sich ver­än­dert: weg von der Piratenpartei hin zu GBS/EHBB und hpd.
Ich habe lange über­legt, wes­halb das so ist; bin ich doch auch mit gro­ßem Enthusiasmus zu den Piraten gekom­men und finde mich dort auch noch immer von mei­ner Einstellung her wie­der.

Wie ich es sehe: ich brau­che Strukturen; fer­tige, funk­tio­nie­rende zumal. Und daran krankt es mei­ner Meinung nach noch etwas bei die­ser jun­gen Partei. Das wird sich geben und trotz der nun tat­säch­li­chen Einführung der “Demokratie von unten” (Stichwort LF) wer­den sich über kurz oder lang Strukturen erge­ben. Ansätze gibt es ja: Spezialisierungen, deut­li­che Worte und Fachleute, die gehört wer­den (mehr oder weni­ger). Continue rea­ding

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Flüssiges Berlin - der Film zum Volksbegehren

Wie bekannt war ich heute zur Filmvorführung und zur Diskussion mit Claus Kittsteiner vom Berliner Wassertisch. Unter ande­rem wurde auch der aktu­elle, 20 minü­tige Film “Flüssiges Berlin?” vor­ge­stellt, der auch bei YouTube ver­füg­bar ist.

Bitteschön:
Teil 1

Teil 2
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