Month: August 2010 (page 4 of 11)

Protest vor der griechischen Botschaft

Berlin, 24.8.2010 - Protest vor der grie­chi­schen Botschaft in Solidarität mit den Flüchtlingen in Griechenland

Seit nun­mehr 24 Tagen befin­den sich mehr als 20 ira­ni­sche Flüchtlinge in Athen/Griechenland im Hungerstreik um damit ihren Protest gegen die men­schen­un­wür­dige Behandlung durch die grie­chi­sche Regierung aus­zu­drü­cken.
Einer der Protestierenden, Hamid, hat sich die Lippen zuge­näht um so sei­nen stum­men Schrei nach Gerechtigkeit zu zei­gen. So schreck­lich das Photo ist, so sehr zeigt es aber die Verzweiflung jener, die sich nicht mit der Situation abfin­den wol­len, denen es um ihr Leben geht, das sie in Würde füh­ren wol­len, ob in- oder außer­halb Irans.
Und darum geht es, mei­ner Meinung nach, schon lange.
Wie wol­len wir leben? Wollen wir Ungerechtigkeit, Rassismus und Unterdrückung tole­rie­ren und damit akzep­tie­ren?

Der grie­chi­sche Botschafter fühlte sich nicht in der Lage, den für heute anbe­raum­ten Termin mit den Protestierenden wahr­zu­neh­men.  Zu der ver­ab­re­de­ten Zeit um ca. 17 Uhr schickte er eine Mitarbeiterin, die, sicht­lich über­for­dert, um ein Schriftstück bat mit den Forderungen und sich nicht zur Situation der Flüchtlinge in Griechenland äußern wollte.

Deutschland hat bis­her nur 50 Dissidenten aus Iran auf­ge­nom­men. Deutsche Firmen ver­die­nen Millionen durch Geschäfte mit der ira­ni­schen Regierung. Siemenstechnologie hat einen ent­schei­den­den Beitrag geleis­tet zur Inhaftierung und dar­aus resul­tie­ren­den Folterung von ira­ni­schen WiderstandsaktivistInnen in Iran.
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greekembassyprotest1

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Fundstücke 15

Reinkarnation

Quelle

Nic

Jörg Lau über Sarrazin

Auch Jörg Lau mel­det sich zu Wort: mit “Wie ein­gangs erwähnt, man mag von Sarrazin hal­ten, was man will, aber er ist der­zeit der ein­zige System-Vertreter, der, warum auch immer, den Schneid hat, unbe­queme und unge­schminkte Wahrheiten auf­zu­bie­ten …” zitiert er die NPD, die Sarrazin unver­hoh­len zuju­belt.

Zufall?

Nein, wer in die rechte Richtung buckelt, sollte hin­ter­her nicht erstaunt tun, wenn der Beifall auch von dort her kommt.

Angela Merkel hat es vor eini­gen Jahren über sich gebracht, Martin Hohmann aus der Union raus­zu­wer­fen wegen des­sen anti­se­mi­ti­scher Äuße­run­gen über die Rolle der “jüdi­schen Bolschewisten” etc.

Thilo Sarrazin nähert die Sozialdemokratie durch seine Äuße­run­gen über die Bedrohung des deut­schen Volkes durch mus­li­mi­sche Einwanderung an die “soziale Heimatpartei” NPD an – und nichts pas­siert…?

Die Frage, wie lange sich die “Sozialisten” der SPD das noch bie­ten las­sen, stellt sich wahr­lich. Aber ich erin­nere an meine Wette:  Die schmei­ßen ihn nicht raus, die brau­che ihn als Provokateur, um hin­ter sei­nem Rücken ihr neo­li­be­ra­les Zeugs durch­zu­zie­hen. Da ist so ein Krawallschläger in der ers­ten Reihe genau rich­tig.

Nic
(der selbst­ver­ständ­lich nicht unter­stellt, dass es den Damen und Herren der SPD Recht ist, was ihr Parteimitglied da öffent­lich ver­kün­det. Aber fra­gen wird man doch mal kön­nen dür­fen…)

siehe auch:

Sarrazin schreibt ein Buch
Alan Posener schreibt eine Entschuldigung

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Eine Mail von Avaaz.org in Sachen Sakineh Ashtiani

IranLiebe Freundinnen und Freunde,

Unglaublich - über 33.317 von uns haben bei der Notfall-Anzeigenkampagne für Gerechtigkeit für Sakineh Ashtiani gespen­det. Gemeinsam erreich­ten wir unser Ziel in nur 12 Stunden und ver­öf­fent­lich­ten in nur 72 Stunden ganz­sei­tige Anzeigen in wich­ti­gen Zeitungen in Brasilien und der Türkei, sowie zahl­rei­che Online-Anzeigen. Die Zeitungsanzeigen (rechts) zei­gen Premier Erdogan und Präsident Lula mit einem Foto von Sakineh und dem *fol­gen­den Titel: “Ihr Leben liegt in Ihrer Hand”.

Die Antwort kam prompt. Aufgrund des Asyl-Angebotes des bra­si­lia­ni­schen Präsidenten für Sakineh, haben wir den Schwerpunkt auf eine Intervention des tür­ki­schen Premierminister Erdogan gelegt. In den tür­ki­schen Medien führte die Kampagne zu dut­zen­den Reportagen in Print und TV-Nachrichten. Ein Top-Journalist schrieb per­sön­lich an Avaaz und bedankte sich für unsere Bemühungen. In den letz­ten Tagen haben über 50.000 Avaaz-Mitglieder in der Türkei und Brasilien eine per­sön­li­che Nachricht an Lula und Erdogan gesen­det. Wir erhiel­ten E-Mails von Mitgliedern in der Türkei, die uns mit­teil­ten, dass unsere Kampagne über­all am Fernsehen zu sehen sei. Das Ergebnis ist unglaub­lich:

Presseberichte sagen, Erdogan hat seine Regierung damit beauf­tragt per “inte­nis­ver Telefon-Diplomatie” mit dem Iran, die Freilassung von Sakineh zu ver­fol­gen und auch Lula hat seine Position gestärkt. Unser Aufruf zeigt Wirkung!

Bis jetzt ist die Antwort Irans nur ein ver­än­der­tes Todesurteil.
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Alan Posener schreibt eine Entschuldigung

Am 10. August schrieb Posener im Blog “Starke Meinungen” über einen Spiegel-Artikel ” ‘Der Spiegel’: Bullshit über Gene”. Darüber möchte ich jetzt aber nichts wei­ter sagen.
Viel inter­es­san­ter ist das, was mich heute früh über den (abon­nier­ten) RSS-Feed erreichte. Den Artikel habe ich kom­plett gele­sen (was die Ausnahme ist, da ich mor­gens die aktu­el­len Feeds auf dem PDA nur über­fliege und die mir inter­es­sant erschei­nen­den zum Nachlesen mar­kiere).

Posener setzt sich in sei­ner Entschuldigung unter ande­rem auch mit Sarrazin’s selt­sa­men Anschauungen über die Vererbbarkeit von Intelligenz aus­ein­an­der.

Blech wei­ter: „Der ehe­ma­lige Berliner Finanzsenator und Politiker Thilo Sarrazin hat in einem Zeitungsinterview erklärt, Intelligenz sei erb­lich, und des­halb sei es illu­so­risch zu glau­ben, man könne Menschen durch die Schule ändern. Damit deu­tet Sarrazin an, die von ihm kri­ti­sier­ten Berliner Schüler mit Migrationshintergrund (…) wären von Natur aus  geis­tig min­der­be­mit­telt. Diese Ansicht ist allein schon wis­sen­schaft­lich gese­hen blan­ker Unsinn.“

In der Tat.

Der Artikel schließt mit dem Worten Alan Poseners:

Bei uns aber, wo das kon­ser­va­tive Bürgertum einer­seits das Privileg bean­sprucht, auf dem Gymnasium wei­ter­hin auf Staatskosten unter sich zu sein, ande­rer­seits den Ausbau von Kinderkrippen und ande­ren Einrichtungen bis vor kur­zem als Angriff auf die Familie ver­teu­felte und Mütter über­dies dafür bezah­len will, ihre Kinder mög­lichst lange zuhause zu behal­ten – bei uns darf ein halb­ge­bil­de­ter Rassist wie Sarrazin wei­ter­hin sei­nen gut dotier­ten  Ruheposten bei der Bundesbank behal­ten und zwi­schen Power-Lunches und Gala-Diners ein Interview nach dem ande­ren abson­dern, in dem er nur beweist, dass Schläue vor Dummheit nicht schützt.

Danke, Alan Posener, für die­sen Artikel.

Nic

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Little Big Berlin

ein wun­der­vol­les Video von pil­pop, der dazu schreibt:

Diesen wun­der­vol­len Film widme ich mei­ner Stadt Berlin in der ich seit 19 Jahre lebe. Die Berliner Architektur ist zwar beson­ders schön, aber erst mit den Berlinern wird Berlin zu so einer ein­ma­li­gen schö­nen Stadt wie sie eine ist. Man kann an jedem Eck etwas beson­de­res ent­de­cken. Und am bes­ten filmt man dies auch gleich.
Gefilmt mit mei­ner gelieb­ten Sony HC9. Geschnitten und bear­bei­tet mit Sony Vegas Pro 9. Den Miniatur Effekt nennt man Tilt Shift, des­sen Ursprung von einem bestimm­ten Objektiv stammt, mit dem man sonst eher Architektur foto­gra­fiert aber die­ser Effekt ein Nebenprodukt ist. Digital lässt sich die­ser Effekt nachstellen.Die geniale Musik stammt von “Franz Liszt” mit “Hungarian Rhapsody No.2″.

Nic
mit Dank an Spreeblick für den Hinweis dar­auf

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Sarrazin schreibt ein Buch

… und es ist logisch, dass ich dar­auf rea­giere wie der Stier auf das rote Tuch.

Weshalb nur wun­dert es mich über­haupt nicht, dass Thilo Sarrazin sein Buch bei der BILD pro­mo­ten darf? Unter der Schlagzeile “Deutschland wird immer ärmer und düm­mer!” ver­brei­tet er sein übli­ches Halbwissen. Gepaart mit ver­ba­len Ausfällen gegen all die, die er für die Upperclass hält. Ein wahr­lich wider­li­ches Geschreibsel.

Fast hätte ich Lust, den gesam­ten Artikel Wort für Wort zu zer­pflü­cken. Aber da die BILD bereits ankün­digt, das noch mehr von die­ser Volksverblödung zu erwar­ten ist, heb ich mir noch etwas für die kom­men­den Tage auf.

Als ich Sarrazin letz­tens Demagogie vor­warf, bekam ich bei Facebook dafür arge Schelte. Nun kann ich pro­blem­los auf den BILD-Artikel ver­wei­sen, denn da schreibt er:

Geburtenrückgang, Bildungs-Misere, wach­sende Unterschicht und man­gelnde Integration – wenn nicht bald etwas pas­siert, schaf­fen sich die Deutschen selbst ab.

Er begrün­det diese merk­wür­di­gen Thesen damit, dass “eine Nettoreproduktionsrate (Töchter pro Frau, d. Red.) von 0,7 oder weni­ger, wie wir sie seit 40 Jahren haben” bedeu­tet,  “dass die Generation der Enkel jeweils halb so groß ist wie die der Großväter. Die Geburtenzahl sank in Deutschland von über 1,3 Millionen jähr­lich in der ers­ten Hälfte der Sechzigerjahre auf 650 000 im Jahr 2009 ab.”

Das klingt erst ein­mal logisch. Ist es aber nicht. Denn:

Dieses Szenario weist zwei grund­le­gende Probleme auf. Das erste davon ist die demo­gra­phi­sche Entwicklung an sich. Die Vorhersagen, auf denen das ganze Horrorszenario beruht, sind nicht bes­ser als Kaffeesatzleserei. Eine Voraussage über 50 Jahre in die Zukunft ist voll­kom­men unse­riös. (Quelle: Oeffinger Freidenker - ich emp­fehle sehr die Lektüre des gesam­ten Artikels)

Dabei spricht Sarrazin im Weiteren an, dass diese (wie gese­hen: fal­sche) Folgerung nur die “ur“deutsche Bevölkerung betrifft. Migranten, auch die der drit­ten Generation, zäh­len für ihn nicht als Deutsche. (Ich nenne die­ses Denken im Übri­gen “Rassismus”.):

Geht das so wei­ter – und warum sollte sich etwas ändern an die­sem Trend, der schon über vier Jahrzehnte anhält –, dann wird in 90 Jahren die Zahl der Geburten in Deutschland bei rund 200 000 bis 250 000 lie­gen. Höchstens die Hälfte davon wer­den Nachfahren der 1965 in Deutschland leben­den Bevölkerung sein.

Ja und? Vermutlich hält Sarrazin die Deutschen für etwas Besonderes. Mit die­ser Idee sollte er mal in die USA gehen. Man würde ihn dort nur ver­ständ­nis­los anschauen (außer in eini­gen Teilen des Südens, wo sich die “Weißen” für bes­ser als alle ande­ren hal­ten”).

Es ist mir per­sön­lich ziem­lich egal, ob mein Nachbar in der sie­ben­und­drei­ßigs­ten Generation “ur“deutsch ist. Genau genom­men trifft das auf Viele, die sich genau so füh­len, sowieso nicht zu. Wie viele Nachkommen der Hugenotten gibt es in und um Berlin, wie viele pol­nisch­stäm­mige im Ruhrpott? Da stellt sich mir die Frage, ab wann Sarrazin (und Gleichdenkende) Menschen mit dem Stempel des Deutschseins bedie­nen mögen. Ehrlich: ich kann auf einen sol­chen Stempel gut und gern ver­zich­ten.

Und weil Sarrazin sich für einen Helden hält und einen, der aus­spricht, was die Wahrheit sei, fol­gert er:

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Neue GBS-Regionalgruppen

Ebenfalls über den eben erwähn­ten Newsletter der Giordano-Bruno-Stiftung wurde die Gründung von zwei neuen Regionalgruppen bekannt­ge­ge­ben.

Neu hin­zu­ge­kom­men sind die Regionalgruppe München im Süden und Oldenburg/Bremen im Norden. Langsam füllt sich die Karte :-)


GBS-Regionalgruppen auf einer grö­ße­ren Karte anzei­gen

Beide Gruppen sind nun auch in die Blogroll über­nom­men.

Nic

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