220px Goethe Schiller Weimar Noch einmal: Weimar und Shiraz

Nationaltheater in Weimar, Bildquelle: Wikipedia

Ich habe vor eini­gen Tagen über den Eklat berich­tet, den die Weigerung einer Delegation der (städ­te­part­ner­schaft­lich ver­bun­de­nen) Stadt Shiraz, die Gedenkstätte Buchenwald zu besich­ti­gen,  in Weimar und den Medien aus­löste.

Sehr inter­es­sant in die­sem Zusammenhang war vor allem auch ein Kommentar hier im Bloghaus, in dem “Elias Sonntagskind” ver­suchte, ein wenig Licht in das Dunkel darum zu brin­gen. Er schrieb unter ande­rem, dass die “Stadt Weimar [...]  sich an die Presse gewandt [hat], ohne vor­her mit der Delegation oder den Veranstaltern[...] einen Dialog gesucht zu haben. Sie haben sich wahr­schein­lich vor­ei­lig belei­digt gefühlt und auf pein­lichst undi­plo­ma­ti­scher Art und Weise dem ohne hin schon gewag­tem Projekt der kul­tu­rel­len Brückenbauer Steine in den Weg gelegt.”

Von die­sem Differenzen zwi­schen der Stadt Weimar und denen, die den Kulturaustausch orga­ni­sier­ten, scheint die Presse noch immer kei­nen Wind bekom­men zu haben. Anders ist ein Artikel in der aktu­el­len TLZ nicht zu ver­ste­hen. Hier geht es vor allem darum, dass die Fraktionen inner­halb des Stadtrates von Weimar zer­strit­ten sind, ob und in wel­cher Art und Weise der Kulturaustausch und die Städtepartnerschaft fort­ge­führt wer­den soll­ten oder kön­nen. Allerdings glei­chen sich die Argumente:

…kann sich die CDU-Fraktion grund­sätz­lich keine Partnerschaft mit Städten vor­stel­len, die die Existenz und das Vermächtnis Buchenwalds aus­klam­mer­ten [...] Noch deut­li­cher wurde sein Amtskollege vom Weimarwerk. Nach der Absage des Termins in der Gedenkstätte soll­ten keine wei­te­ren Kooperationen der Stadt Weimar weder offi­zi­ell noch inof­fi­zi­ell ver­folgt wer­den [...] Dazu zählte er Gespräche, Besuche, Kulturaustausch, Reisen, et cetera. “Dies ist aus unse­rer Sicht die ein­zig rich­tige Konsequenz und ein kla­res Signal an das auto­ri­täre, schein­de­mo­kra­ti­sche Regime im Iran.” Dass die kon­se­quente Haltung des Weimarwerks auch viele um Toleranz und Ausgleich bemühte Regimegegner treffe, ver­hehlte [er] nicht.

Nun, ich habe meine Meinung dazu hier schon des öfte­ren kund­ge­tan: ich bin der fes­ten Über­zeu­gung, dass man Vertretern des ira­ni­schen Regimes weder Stimme noch Podium geben darf. Wenn aller­dings – wie der bereits erwähnte Kommentator aus­sagt – die Delegation kei­nes­falls staat­lich gelenkt wurde (wobei dann aller­dings die Frage erlaubt sein muss, wes­halb in den Presseartikeln der ira­ni­sche Botschafter erwähnt wurde…), dann muss das erneut über­dacht wer­den.

Und genau so klin­gen die Gegenargumente im Stadtrat vom Weimar:

…dass der Besuch der Gedenkstätte auf Druck der ira­ni­schen Staatsführung abge­sagt wor­den sei. Diese Haltung aber sollte auf kei­nen Fall zum Anlass genom­men wer­den, “die sich ent­wi­ckeln­den freund­schaft­li­chen Beziehungen zwi­schen den bei­den Städten und ihren Bürgern unse­rer­seits zu behin­dern oder gar zu been­den”, erklärte der Stadtrat

Allerdings – so lehrte mich meine Vergangenheit in einem ande­ren sehr dik­ta­to­ri­schen Staat – ist es schwie­rig, wenn nicht gar unmög­lich, zwi­schen Staat und Kultur zu unter­schei­den. Vielleicht ist den Weimarern das auch bewusst.

Nic

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Nic

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2 Responses to Noch einmal: Weimar und Shiraz

  1. [...] Noch ein­mal: Weimar und Shiraz | Nics Bloghaus II [...]

  2. [...] Oliver Ernst siehe auch: Eklat in Weimar beim Besuch einer ira­ni­sche Delegation Noch ein­mal: Weimar und Shiraz Tweet [via Mail] 14. 10. 2010 Hafis in Deutschland – Deutsch-iranischer Kulturaustausch [...]