Donnerstag , 23 Mai 2013
Du bist hier: Startseite >> Religionen >> Die Schattenfinanzen der Kirche

Die Schattenfinanzen der Kirche

Graphik: Spiegel

Graphik: Spiegel

Heute ist er end­lich auch online erschie­nen: der lange Artikel im aktu­el­len Spiegel befasst sich mit den Finanzen der katho­li­schen Kirche. Vor allem mit denen, von denen nie­mand etwas wis­sen soll. Auch nicht der Spiegel.

Prunksucht, Diebstahl, undurch­sich­tige Kassen: Die katho­li­sche Kirche wird von Finanzaffären erschüt­tert. Während an der Basis gespart wer­den muss, bleibt man­chen Bischöfen kaum ein Wunsch uner­füllt.

Kurz vor Pfingsten kam nicht der Heilige Geist, son­dern die Polizei früh­mor­gens in die Wohnung von Pfarrer S.

Wer da suchet, der fin­det: Über 131.000 Euro waren in den Räumen des katho­li­schen Seelsorgers ver­steckt, mal waren die Scheine zwi­schen der Wäsche, mal unter Schubladen befes­tigt. Auf der Stelle wurde Hochwürden ver­haf­tet. Nach meh­re­ren Wochen Untersuchungshaft war­tet Hans S., 76, jetzt im Kloster auf sei­nen Prozess.Und siehe da, die Geldvermehrung war womög­lich sogar noch wun­der­sa­mer als ange­nom­men. Die Staatsanwaltschaft Würzburg spricht inzwi­schen von bis zu 1,5 Millionen Euro, die S. aus Kollekten und ande­ren Kirchengeldern unter­schla­gen haben könnte. Seine Schäflein in einem frän­ki­schen Weinort sind fas­sungs­los. Sie hat­ten ihrem Hirten, der demü­tig und beschei­den auf­trat, blind ver­traut.

Gleich meh­rere Finanzaffären erschüt­tern zur­zeit die katho­li­sche Kirche, nicht nur im Fränkischen oder in Augsburg, wo der Griff von Bischof Walter Mixa in die Kasse einer Kinderheimstiftung kürz­lich Wirbel machte. Allein im Bistum Magdeburg sol­len über 40 Millionen Euro ver­lo­ren­ge­gan­gen sein, in Limburg ver­schwan­den 5 Millionen, in der Diözese Münster flo­gen 30 Schwarzkonten eines lei­ten­den Geistlichen auf. [...] Das kom­pli­zierte Geflecht wird so geheim­nis­voll gehand­habt, dass nicht ein­mal die Finanzdezernenten aller Bistümer offen unter­ein­an­der dar­über infor­mie­ren. Barock anmu­tende Strukturen erschwe­ren den Über­blick, mal sit­zen die Verwalter des Geldes im Kirchensteuerrat, mal in einem Diözesansteuerausschuss, einer Finanzkammer oder einer Verwaltungskammer. Manchmal wird Vermögen auch noch in Stiftungen aus­ge­glie­dert.

Auf eine SPIEGEL-Umfrage nach ihrem Vermögenshaushalt ver­wei­ger­ten 25 von 27 katho­li­schen Bistümern die Auskunft, (“wird nicht ver­öf­fent­licht”) [...]

Der Generalvikar eines gut­aus­ge­stat­te­ten Bistums dage­gen erklärt auf Nachfrage: “Ja, das Vermögen im Bischöflichen Stuhl ist geheim. Aber schrei­ben Sie bes­ser: ver­trau­lich.” Um einen Grund für sol­che Verschwiegenheit gebe­ten, sagt die Sprecherin des Bistums Limburg: “Das ist ein­fach so.” Und ein Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz teilt mit: “Ich habe keine Lust, dar­über mit Ihnen zu spre­chen.”

Unbedingt den gesam­ten Artikel lesen!

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

4 Kommentare

  1. Winfried Sobottka

    Mit der katho­li­schen Kirche müsste eine Gemeinschaft kri­ti­scher Internetpräsenzen sich ein­mal grund­le­gend befas­sen. Es ist ein Skandal son­der­glei­chen, dass selbst ALG-II-Empfänger, die nicht ein­mal Mitglied in einer Kirche sind, die Kirchen mit­fi­nan­zie­ren müs­sen, was vie­len nicht ein­mal bekannt ist.

    Nicsbloghaus ist uns, United Anarchists, posi­tiv auf­ge­fal­len. Hier wird kri­ti­sches prä­sen­tiert, bei den Kommentaren aber keine Gesinnungszensur betrie­ben. Solange das so bleibt, wer­den wir die­sen Blog in unse­rem Netzwerk unter­stüt­zen, spe­zi­ell betref­fend beson­ders wich­tige Beiträge. Unter den Einträgen BLOGS für POLIZEI BERLIN wird aktu­ell ein Artikel von nics­blo­g­haus von unse­rer Internetforce gepusht (Position 2, über Einträgen von mir geschrie­be­ner Artikel). Damit wol­len wir Bloginhaber unter­stüt­zen, die kri­tisch schrei­ben und sich abso­lu­ter Informationsfreiheit ver­pflich­tet füh­len, anstatt aus unlau­te­ren Gründe irgend­wie restrik­tiv auf die Informationsfreiheit ein­wir­ken.

    Wir wer­den nie­mals zu ver­nünf­ti­gen Ände­run­gen gelan­gen, solange hin­sicht­lich der Informationsfreiheit faul gespielt wird, und darum ist es für uns ein sehr ernst­haf­tes Anliegen, die wirk­lich sehr weni­gen wirk­lich sau­be­ren Internetpräsenzen zu unter­stüt­zen. Wer mehr über unsere Internetforce wis­sen will: Googeln unter: INTERNETFORCE SOBOTTKA

    Dieser Kommentar wird zur Klarstellung, wie wich­tig die Sache für uns ist, auch als Artikel in einem mei­ner Blogs ver­öf­fent­licht und dann unter Google auch zu fin­den sein – für nicsbloghaus.org

    Und hier geht es zu unse­rem Lösungskonzept für alle Probleme, kurz und gut ver­ständ­lich geschrie­ben:

    http://www.die-volkszeitung.de/00-die-volkszeitung/2010/mai/artikel-4/artikel.html

    und wie man dahin kom­men kann, ist in fol­gen­dem Artikel kurz erläu­tert:

    http://www.die-volkszeitung.de/00-die-volkszeitung/2010/juni/artikel-8/artikel.html

    Liebe Grüße im Namen von United Anarchists

    Euer

    Winfried Sobottka

    • Vielen Dank für die Blumen. Ich gehe dar­auf spä­ter genauer ein; bin etwas in Eile.

Scroll To Top