Mittwoch , 22 Mai 2013
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Berlin: GLOBAL DAY – 12.Juni 2010

[per Mail]

Der vierte Verhandlungstag gegen die inhaf­tier­ten ira­ni­schen Bahá’í-Führer soll am 12. Juni statt­fin­den
Am Samstag, dem 12. Juni 2010, sol­len in Teheran die sie­ben Mitglieder des ehe­ma­li­gen Führungsgremiums der ira­ni­schen Bahá’í-Gemeinde zum vier­ten Mal vor Gericht erschei­nen. Das Datum fällt mit dem ers­ten Jahrestag der umstrit­te­nen Präsidentschaftswahl im Iran zusam­men.
Die sie­ben seit März bwz. Mai 2008 inhaf­tier­ten ira­ni­schen Bahá’í-Führer

Aus die­sem Anlass fin­det eine Sondermahnwache mit zahl­rei­chen Aktionen auf dem Pariser Platz statt.
UNITED 4 Iran Berlin , Iran-aktuell, Iran Mahnwache Berlin und die Bahai-Gemeinde wer­den gemein­sam die­sen Aktionstag in Berlin durch­füh­ren.

Diese zen­trale Veranstaltung in Deutschland wird außer­dem in London und Brasilien statt­fin­den.

Explizit wer­den wir an die­sem Tag über die sie­ben Anklagten Baihais berich­ten und über ihr Schicksal infor­mie­ren.

Es besteht lei­der die Gefahr, das die Angeklagten an die­sem Tage zum Tode ver­ur­teilt wer­den. Ständig wer­den wir die Veranstaltungsteilnehmer über die Ereignisse im Iran infor­mie­ren.

Wir bit­ten um Unterstützung.Hintergrund:

Berlin, 1. Juni – Die Bahá’í-Gemeinde Deutschland for­dert aus Anlass des für den 12. Juni vor­ge­se­he­nen Fortgangs des Prozesses, die sie­ben Bahá’í sofort wegen erwie­se­ner Unschuld frei­zu­las­sen. “Wenn dies nicht geschieht, soll­ten die Sieben min­des­tens gegen Kaution frei­ge­las­sen wer­den, bis ein fai­rer Prozess nach inter­na­tio­na­len Regeln statt­fin­det”, meint der Sprecher für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde Deutschland, Prof. Dr. Ingo Hofmann.

Die vierte Runde des Prozesses gegen die sie­ben Bahá’í fällt auf den Jahrestag der umstrit­te­nen ira­ni­schen Präsidentschaftswahl vom 12. Juni 2009. Genau ein Jahr spä­ter soll mit einem inter­na­tio­na­len Aktionstag (“12june.org”) die ira­ni­sche Regierung auf­ge­for­dert wer­den, Verstöße gegen die Menschenrechte ein­zu­stel­len. Auch die Internationale Bahá’í-Gemeinde unter­stützt 12june.org. Die Initiative wurde von dem Menschenrechtsnetzwerk United4Iran ins Leben geru­fen und wird neben den Bahá’í von zahl­rei­chen wei­te­ren Organisationen unter­stützt, dar­un­ter Amnesty International, Human Rights Watch, das Kairoer Institut für Menschenrechtsstudien und Pen International.

Zuletzt sollte der Prozess gegen Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm am 12. April 2010 vor der 28. Kammer des Revolutionsgerichts in Teheran fort­ge­führt wer­den, angeb­lich unter Ausschluss der Öffent­lich­keit. In Absprache mit ihren Anwälten wei­ger­ten sich die sie­ben Bahá’í jedoch, auf­grund der Anwesenheit von unbe­tei­lig­ten Personen an der Verhandlung teil­zu­neh­men.

“Es ist völ­lig inak­zep­ta­bel, wenn bei die­sem bedau­er­li­cher­weise nicht­öf­fent­li­chen Prozess einer­seits die Anwesenheit selbst von einem Filmteam gebil­ligt wurde, jedoch Familienmitglieder und unab­hän­gige Beobachter kei­nen Zutritt hat­ten”, so Hofmann. “Offensichtlich soll­ten die Bahá’í am 12. April Teil eines Schauprozesses wer­den.”

Nach Angaben der Anwältin der sie­ben Bahá’í, der ira­ni­schen Friedensnobelpreisträgerin

Shirin Ebadi, sind in den bisherigen Verhandlungen keinerlei Beweise für irgendwelche Vergehen vorgebracht worden. So wiesen die Bahá’í bei der ersten Anhörung am 12. Januar 2010 auch alle Anklagen kategorisch zurück, darunter so schwerwiegende wie Spionage, Propagandaaktivitäten gegen die islamische Ordnung oder die “Verbreitung von Verderbtheit auf Erden”.

“Die Bahá’í werden allein aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit inhaftiert”, sagt demgegenüber Professor Hofmann. “Die iranische Regierung sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Prozess weltweit mitverfolgt wird”, so Hofmann weiter.

Die Verhandlung gegen die Bahá’í begann am 12. Januar dieses Jahres, nachdem sie schon mehr als 20 Monate ohne Anklage im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert waren, darunter mehrere Monate in Isolationshaft.

Vor ihrer Verhaftung waren die sieben Bahá’í für die Koordinierung der religiösen und sozialen Belange der iranischen Bahá’í-Gemeinde zuständig.

Die iranische Bahá’í-Gemeinde ist die größte religiöse Minderheit im Iran und umfasst über 300.000 Mitglieder.

Derzeit sind 38 Bahá’í in verschiedenen Städten im Iran allein aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit in Haft.

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.
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