Sonntag , 19 Mai 2013
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Update: Daryush Shokof entführt?

Radio Köln spricht davon, dass die Möglichkeit einer Entführung tat­säch­lich besteht. Und dass Daryush Shokof mög­li­cher­weise unter Drogen gesetzt wurde.

Die Ermittler gehen jetzt der Frage nach, ob even­tu­ell eine Entführung statt­ge­fun­den hat oder Shokof unter Drogeneinfluss stand.

Im Laufe des heu­ti­gen Tages wol­len Polizei und Staatsanwaltschaft ver­su­chen, den Regisseur dazu zu befra­gen.

Nic

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

5 Kommentare

  1. Du schreibst so viel über den Mann. Ist er tat­säch­lich so wich­tig? Und was, wenn er nicht ent­führt und unter Drogen “gesetzt” wurde? son­dern das Zeug frei­wil­lig nahm?

    • Ich kann das nicht wirk­lich ein­schät­zen -> meine aber, dass es schon erstaun­lich ist, wenn es in Deutschland 12 Tage braucht, um einen Vermissten zu fin­den. Wir soll­ten den ira­ni­schen Geheimdienst nicht unter­schät­zen.

      Was, wenn er nicht ent­führt – also kein Opfer Dritter – wurde, son­dern nur Opfer einer mög­li­chen Sucht?
      Ja, dann ist das sehr pein­lich und er hat sich für lange Zeit unglaub­wür­dig gemacht; egal, wie gut seine Filme auch sein mögen. Es gab ja auch kri­ti­sche Stimmen, wie Du weißt. Auch mei­ner Frau kommt das alles sehr merk­wür­dig vor und etwas unglaub­wür­dig. Andererseits hat sich Shirin Ebadi besorgt geäu­ßert…

      Ich weiß es nicht – aber ich werde das wei­ter ver­fol­gen und berich­ten.

  2. Nun, Herr Shokof ver­fügt über alle Talente, die es braucht, um erfolg­rei­che Filme zu pro­du­zie­ren. Vor allem hat er einen schier uner­schöpf­li­chen Fundus an Fantasie. Lasst uns kurz zusam­men­fas­sen:

    1. Der Presse ist zu ent­neh­men, dass er sich auf dem Weg nach Paris befand und in Köln umstei­gen wollte. In Köln fah­ren stünd­lich meh­rere Züge nach Paris ab. Was machte Herr Shokof abends am ca. vier Kilometer vom Bahnhof ent­fern­ten Friesenplatz?
    2. Der Friesenplatz in Köln ist einer der beleb­tes­ten Plätze in Köln. Der ältere Mann auf der Bank (schein­bar wusste die­ser schon vor­her, dass Shokof sich auf die glei­che Bank set­zen würde) und zwei wei­tere Männer (die ihn offen­bar schon seit sei­ner Abreise aus Berlin obser­viert haben) ent­füh­ren Shokof am hel­lich­ten Tag auf dem Friesenplatz.
    3. Sie drän­gen ihn an die­sem beleb­ten Platz in ein Auto und ver­kle­ben ihm Augen und Mund. Keiner der tau­send Passanten bemerkt etwas.
    4. Shokof ver­langt in sei­nem Kellerverlies Wasser, bekommt dann angeb­lich mit Drogen ver­set­zes Wasser, das ihn schläf­rig macht – ver­mut­lich, damit er nichts von sei­ner Entführung mit­be­kommt und er sich nicht erschreckt.
    5. Er wird 12 Tage fest­ge­hal­ten und dann “in den Rhein gewor­fen”. Warum auch immer diese 12 Tage ohne Forderungen, ohne Misshandlungen, ein­fach nur fest­hal­ten.
    6. Er schwimmt voll­kom­men ent­kräf­tet ans Ufer, wird dort von Jugendlichen ent­deckt, denen er auf Englisch noch sagen kann, dass er ent­führt wurde und bricht dann zusam­men.
    Der Rhein hat der­zeit Niedrigwasser. Gerade in der Gegend um Porz, dort wo man Shokof gefun­den hat, müsste man ihn ent­we­der 30 Meter ins Wasser getra­gen und dann erst gewor­fen oder von einer Brücke gesto­ßen haben. Die nächste Brücke Rheinaufwärts wäre in Bonn, das hätte er nie­mals über­lebt. Die Geschichte mit dem Reintragen ist wohl noch absur­der.
    7. Nach einem Tag kann er das Krankenhaus ver­las­sen. Das scheint doch ein wenig kurz für 12 Tage Geiselhaft und Drogen.
    8. In sei­nen Interviews sagt er, dass man ihm gedroht habe, sei­nen neuen Film zu ver­öf­fent­li­chen. Das könnte genau der Grund für die Story sein. Eine bes­sere PR-Aktion kann man sich schwer vor­stel­len.

    Ganz klar – was auch immer der Hintergrund ist: eine Geheimdienststory aus dem Iran ist es nicht. Eher ein Märchen aus 1001 Nacht.

    Machen Sie einen Film draus, Herr Shokof.

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