Mittwoch , 22 Mai 2013
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Von denen, die da Wasser predigen…

Fairer Kaffee und Handwerkskunst ©ddp

und den Wein in gro­ßen Schlucken sau­fen, soll mal wie­der die Rede sein. Ich denke, es ist klar, wen ich meine.

Wir erin­nern uns: die Kirche lau­fen seit län­ge­rer Zeit Sturm gegen die Ladenöffnungszeitengesetze, die in Ausnahmefällen vor­se­hen, dass auch am Sonntag ver­kauft wer­den darf. Einmal ganz davon abge­se­hen, dass ich dabei eher an die Mehrbelastung der VerkäuferInnen denke und das des­halb ablehne – diese Idee kommt den Kirchen nicht ein­mal. Diese argu­men­tie­ren allein mit dem “bib­li­schen Ruhetag” und nur damit. Auch ein­mal abge­se­hen davon, dass die Kirchen ihren Angestellten sehr wohl auch “zumu­tet” an den Wochenenden und hei­li­gen Sonntagen zu arbei­ten. All das sei mal dahin­ge­stellt.

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg wirft den Kirchen vor, mit zwei­er­lei Maß zu mes­sen. Eine vier­mo­na­tige Erhebung im Auftrag des Verbandes aus dem ver­gan­ge­nen Jahr ergab, dass bei fast einem Drittel der 112 unter­such­ten Kirchen mehr oder weni­ger regel­mä­ßig sonn­tags etwas ver­kauft wurde. Betroffen waren 35 Prozent der evan­ge­li­schen und 20 Prozent der katho­li­schen Gotteshäuser. Sie wur­den für die Studie nicht an den ber­lin­wei­ten ver­kaufs­of­fe­nen Sonntagen auf­ge­sucht, an denen der Einzelhandel «aus Rücksicht auf die Kirchen erst ab 13.00 Uhr öff­nen durfte», wie es in der Untersuchung heißt. Bei den Waren han­delt es sich nach Darstellung des Verbands zumin­dest teil­weise um sol­che, die eigent­lich unter die Beschränkungen des Berliner Ladenöffnungsgesetzes fal­len und des­halb an Sonntagen nicht ver­kauft wer­den dür­fen. (Quelle: PR-inside)

Ich möchte noch nicht ein­mal bewer­ten, dass der Handelsverband Berlin-Brandenburg sicher­lich Interessen ver­tritt, denen ich nicht in jedem Falle zustim­men würde … ein­fach, weil diese Interessen vor allem am Gewinn der Geschäftsinhaber ori­en­tiert sind und nicht an den Interessen der Angestellten.

Doch sehr deut­lich möchte ich dar­auf hin­wei­sen, dass sich hier wie­der ein­mal an einem unschein­ba­ren Beispiel die Doppelmoral derer zeigt, die sich selbst per­ma­nent als Moralstifter und -bewah­rer dar­stel­len. Und von der Politik und der Öffent­lich­keit auch so wahr­ge­nom­men wer­den. Zu Unrecht, wie sich auch an die­sem Beispiel wie­der zeigt.

Nic

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.
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