Das war eine der Schlagzeilen der letz­ten Tage.

Nachdem eine neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) und des Bundesinnenministeriums diese pla­ka­tive Feststellung traf, stürz­ten sich sowohl Medien als auch Religionskritiker auf diese Meldung. Dabei hat die Studie unter ande­rem auch her­aus­ge­fun­den, dass es vor allem die Lehrer – die Imame – sind, die die jun­gen Männer dazu ansta­cheln, ihrem Testoronüberschuss freien Lauf zu las­sen. Ergo: Erwachsene.

Die bun­des­weite Befragung von 14- bis 16-jährigen Schülern ergab, dass die Gewaltbereitschaft steigt, je reli­giö­ser junge Muslime sind. Bei evan­ge­li­schen und katho­li­schen Jugendlichen scheint die Religion eher prä­ven­tiv zu wir­ken: Sie schla­gen deut­lich sel­te­ner zu. (Quelle: Frankfurter Rundschau)

weil näm­lich – wie hier unter­schwel­lig attes­tiert wird – die christ­li­chen Religionen fried­lich, der Islam hin­ge­gen bos­haft, aggres­siv und gewalt­tä­tig ist. Jedoch: bei der einen wie der ande­ren Religion kommt es nicht dar­auf an, wie der Gläubige “an sich” ist, son­dern dar­auf, ob und wie stark er ver­blen­det wird. Und in die­ser Hinsicht ist sehr wohl aktu­ell der Islam die Religion mit den Verblendeteren.

Daraus nun jedoch den Schluss zu zie­hen, dass alle Muslime gewalt­be­reit sind, nenne ich Antimuslimismus.  Und so geht es wei­ter im bereits zitier­ten Artikel mit der rich­ti­gen Aussage:

Verantwortlich für das Gewaltpotenzial bei jun­gen männ­li­chen Muslimen machen die Studienautoren jedoch nicht den Islam, son­dern eine Macho-Kultur, die in Teilen der Religion und tra­di­tio­nel­len mus­li­mi­schen Familienstrukturen geför­dert werde, sagte der Leiter der Studie, der Kriminologe Christian Pfeiffer, der Frankfurter Rundschau. Das sei ein Phänomen, das kei­nes­wegs eine Besonderheit des Islam sei, betont Pfeiffer. Schließlich habe die Männerdominanz auch die christ­li­chen Kirchen lange Zeit geprägt – die katho­li­sche bis heute.

Beachtenswert ist dabei der letzte Satz. Ich lese gerade (über) Karlheinz Dreschner… und nicke mit dem wei­sen Haupt…

Dass eine Macho-Kultur mit frau­en­feind­li­chen Elementen und einem spe­zi­el­len Ehrenkodex die Gewaltbereitschaft för­dert, ist kei­nes­wegs eine neue Erkenntnis der Wissenschaft. Die KfN-Studie stellt jedoch einen deut­li­chen Zusammenhang zum Grad der Religiosität bei jun­gen Muslimen her. Die Aussage “je reli­giö­ser, desto gewalt­be­rei­ter” hat nach Angaben Pfeiffers auch dann noch Bestand, wenn man Faktoren wie Bildungsstand oder fami­liäre Situation (zum Beispiel Arbeitslosigkeit und Armut) her­aus­rech­net (…)

Letztlich geht es – wenn man diese Erkenntnis gewinnt – mei­ner Meinung nach nicht unbe­dingt darum, nun “Schuldige” zu benen­nen oder mit den Fingern auf andere zu zei­gen (wie es in eini­gen der berich­ten­den Medien geschah), son­dern darum, Wege aus der Misere zu fin­den. Die betrof­fe­nen jun­gen Männer wie­der in die Gesellschaft zu inte­grie­ren. Und das nach den Spielregeln die­ser Gesellschaft, in der die Gleichberechtigung der Geschlechter, die Religionsfreiheit etc. hoch gehal­ten wer­den (mehr oder weni­ger).

K. Irle hat dazu – eben­falls in der Frankfurter Rundschau – einen guten Kommentar geschrie­ben, in dem es heißt:

Warum fühlt sich nur jeder fünfte junge Muslim der deut­schen Gesellschaft zuge­hö­rig, wäh­rend das bei den christ­li­chen Migranten mehr als die Hälfte sind? Warum sind in Süddeutschland alle Konfessionsgruppen signi­fi­kant schlech­ter inte­griert als im Norden? Und wel­che Rolle spielt dabei der für Migranten erschwerte Bildungsaufstieg? Die Studie stellt hier zu Recht die Frage nach der Henne und dem Ei. Denn wer sich aus­ge­grenzt fühlt, zieht sich zurück in die eigene Ethnie. Die Religion wird zur Zuflucht.

Das sind auch die Argumente von Seyran Ates, Mina Ahadi, Necla Kelek, Navid Kermani und vie­ler ande­rer, die sich mit dem Thema befas­sen.
Wir müs­sen alle dar­über nach­den­ken, was Integration bedeu­tet. Nicht bedeu­ten kann das Assimilation. Aber was dann?

Nic

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Nic

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