uvdl Köhler geht... was dann?

U.v.d.L. beim Spiegelfechter

Ich kann ver­ste­hen, wenn an eini­gen Ecken des Landes Beifall auf­kam, weil Horst Köhler, der Mann ohne Eigenschaften, sei­nen Rücktritt erklärt hat. Was ich davon halte, habe ich bereits gesagt. Zusammengefasst in zwei Worte: “kein Rückgrat”.

Was da jedoch dem deut­schen Staat als “Alternative” ange­bo­ten wird… Das erin­nert mich dann doch sehr an Biermanns Spruch “Vom Regen in die Jauche”. Leider ist da auch Michael Schmidt-Salomons Appell eher das Rufen des ver­ängs­tig­ten Kindes im Walde… Von einer Frau zu ver­lan­gen, sich welt­an­schau­lich neu­tral zu ver­hal­ten, die schon als Bildungsministerin die feste Über­zeu­gung ver­trat, dass nur Gottes Werte den Kindern gut tut… Um sich zu erin­nern, mag man Schmidt-Salomons dama­lige Entgegnung lesen: Von der Leyens gedank­li­che Entgleisungen…

Was es mit der selbst­er­nann­ten – bzw. durch gut funk­tio­nie­rende Medienkampagnen gemach­ten – “Powerfrau” von der Leyen auf sich hat, deckt Jens Berger (Spiegelfechter) auf: der Kurzlebenslauf von Frau von der Leyen ist alles andere als ein gerad­li­ni­ger Weg an die Spitze der Macht. Sondern zeigt das Bild einer “typische(n) Vertreterin kon­ser­va­ti­ver Familienbilder, die sich nur allzu gerne hin­ter ihrem erfolg­rei­chen Vater und ihrem Mann ver­steckte.” (Telepolis)

Über ihr unge­heu­res Versagen in jeder poli­ti­schen Arbeit, die sie anfasste, schreibt Berger:

Eigentlich ist das Familienministerium eine sichere Bank, auch wenn man, wie von der Leyen, für erz­kon­ser­va­tive Familienpolitik steht. Kindern die Köpfe tät­scheln, sich für die Senioren und die Frauen ein­zu­set­zen, ist eine dank­bare Aufgabe, bei der man nur sel­ten poli­ti­schen Gegenwind ver­spürt. Nicht so Ursula von der Leyen – sie über­spannte den Bogen, in dem sie sich ohne Not in eine Kampagne zur Einführung von Internetsperren ein­span­nen ließ.

Ob “Zensursula” über­haupt wusste, was sie da vor­schlug, ist nicht bekannt. Kluge Politiker machen sich Gedanken, wenn sie mit Volldampf gegen eine Wand lau­fen. Ursula von der Leyen schüt­telt nur kurz benom­men das blonde – nun kurz und fesch fri­sierte – Haupt, nimmt einen Meter mehr Anlauf und rennt aber­mals gegen die Wand. Heute will am liebs­ten kein Unions- und SPD-Politiker etwas mit die­sem Gesetz zu tun haben, an von der Leyens Hacken klebt es jedoch wie beson­ders hart­nä­cki­ger Hundekot. Ihr Name ist bei einer gan­zen Generation von inter­netaf­fi­nen Bürgern für immer ver­brannt.

Doch noch nicht ein­mal die­ser poli­ti­sche Offenbarungseid konnte von der Leyens stei­len Weg an die Spitze stop­pen, im Gegenteil – im letz­ten Jahr wurde sie trotz ihrer Inkompetenz im Familienministerium auch noch mit dem wich­ti­ge­ren Ministerium für Arbeit und Soziales belohnt. Auch hier patzte von der Leyen ziem­lich schnell auf gan­zer Linie. Ihr Vorschlag, den Unmut der Bevölkerung gegen Hartz IV durch eine Umbenennung zu mil­dern, hat dabei bes­ten­falls als Steilvorlage für Kabarettisten eine Daseinsberechtigung.

Ihren schlech­ten Sinn fürs Timing bewies die Powertochter erst ges­tern, als sie im Windschatten vom Köhler-Rücktritt erst ein­mal nichts Besseres zu tun hatte, als ihr neues Projekt “Bürgerarbeit” vor­zu­stel­len – womit nichts ande­res gemeint ist als Schneeschippen und Straßenkehren für Hartz-IV-Empfänger. Ja, Frau Hochwohlgeboren eig­net sich qua Stand und Verstand ganz her­vor­ra­gend für die eini­gende Funktion einer Präsidentin – welch Hohn für die Betroffenen ihrer Politik. (Telepolis)

Wie kann man dar­auf ver­fal­len, die­ser Versagerin das höchste Amt des Staates über­ge­ben zu wol­len? Wie arro­gant muss diese Regierung sein, um nicht zu wis­sen, dass eine ganze Generation sich gegen diese Frau sperrt?

Wenn Ursula von der Leyen wirk­lich Kandidatin für das höchste Amt des Landes wer­den sollte, wäre dies die ulti­ma­tive Bankrotterklärung der poli­ti­schen Klasse. Sie wäre nicht nur eine Notlösung, son­dern eine glatte Fehlbesetzung.

Niemand käme auf die Idee, die aparte Blondine auch nur in die Nähe einer wie auch immer gear­te­ten intel­lek­tu­el­len Prädisposition zu rücken. Ursula von der Leyen wäre eine Sockenpuppe der Kanzlerin in Schloss Bellevue. (Jens Berger bei Telepolis)

Deutschland ver­ab­schie­det sich gerade vom Geiste der Aufklärung und der Vernunft… und nie­mand steht auf und geht auf die Straße.

Nic

sixt von der leyen von der leihen Köhler geht... was dann?

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4 Responses to Köhler geht… was dann?

  1. Linus Heilig sagt:

    Kein Rückgrat, da isses mein Lieblingwort. Jeder hat eins? Wird all­zu­häu­fig mit Rückrad vel­wech­sert. Das Rad der Evolution zurück dre­hen wird heute in katho­li­schen Bundesländern gefei­ert, Fronleichnam. Weg mit dem Kannibalismus und Numerus Clausus, für natür­li­che Auslese durch Mensaessen.
    Realsatirischer Nazivergleich: AH hat die Autobahn gebaut und Zensursula macht die BRD Zigarettenkippenfrei, ab in den Daten-Vorrat-Speicher. Aus Reichsarbeitsdienst wird Bürgerarbeit, tol­les Vorrad.

  2. [...] Was meint Ihr? Wie wird das aus­ge­hen? Wird die große Kammer des EGfM anders als die kleine ent­schei­den? Wird die­ses Urteil dann auch Auswirkungen auf Deutschland haben; ein Land, in der der schei­dende Katholik Köhler von der Erzkatholikin von der Leyen abge­löst wer­den soll? [...]

  3. nic sagt:

    Es scheint ja nun doch nicht Zensursula zu wer­den… son­dern Herr Wulff. Über den weiß ich noch nicht genau, was ich von ihm hal­ten soll. Ein Sympathieträger sieht anders aus.

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