GEW: In den frü­hen Morgenstunden des 9. Mai wur­den der Lehrer und Gewerkschafter Farzad Kamangar und vier wei­tere poli­ti­sche Gefangene im Iran hin­ge­rich­tet. Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne ver­ur­teilt die Tötungen.

farzadsmutter Die GEW informiert über die Hinrichtung von Farzad Kamangar

Farzads Mutter mit einem Foto ihres getöteten Sohns (Bildquelle: GEW)

Mit Empörung, Wut und Sorge haben Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen welt­weit auf die Hinrichtung des Lehrers Farzad Kamangar rea­giert. Der Kurdisch-Iranische Gewerkschafter Kamangar und seine vier Mitgefangenen Ali Heydarian, Farhad Vakili, Shirin Alam-Houli and Mehdi Eslamian wur­den hin­ge­rich­tet, weil sie in Opposition zum herr­schen­den Regime im Iran stan­den. Die Hinrichtung erfolgte geheim im Teheraner Evin Gefängnis am frü­hen Morgen des 9. Mai 2010. Der 35 Jahre alte Kamangar war Mitglied der kur­di­schen Lehrergewerkschaft im Iran und saß im Gefängnis wegen „Gefährdung der natio­na­len Sicherheit“ sowie „Feindschaft zu Gott“. Im Februar 2008 hatte ein Gericht in Teheran Kamangar nach einem unfai­ren, nur wenige Minuten dau­ern­den Verfahren, zum Tode ver­ur­teilt. Während der Zeit im Gefängnis war er Folter und psy­cho­lo­gi­schem Druck aus­ge­setzt.

Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne, der sich in der Vergangenheit mehr­fach bei der ira­ni­schen Regierung und dem ira­ni­schen Botschafter in Berlin gegen die Vollstreckung des Todesurteils und für die Menschenrechte von Farzad Kamangar ein­ge­setzt hatte, ver­ur­teilte die Hinrichtung auf das Schärfste: „Das Regime in Teheran miss­ach­tet sys­te­ma­tisch Menschen- und Gewerkschaftsrechte und schreckt auch vor staat­li­chem Mord nicht zurück. Die Hinrichtung Farzad Kamangars ist eine abscheu­li­che Tat.“ Der Generalsekretär der Bildungsinternationale, Fred van Leuuwen, äußerte sich besorgt über das Schicksal wei­te­rer Gewerkschafter, die in ira­ni­schen Gefängnissen inhaf­tiert sind. Die Bildungsinternationale for­dert vom Iran ein sofor­ti­ges Moratorium der Hinrichtungen, die Anerkennung freier Gewerkschaften sowie die Einhaltung grund­le­gen­der Menschenrechte wie das Recht auf kör­per­li­che Unversehrtheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Die Bildungsinternationale ruft welt­weit dazu auf, bei der Regierung in Teheran und den ira­ni­schen Botschaften gegen die Tötung Kamangars zu pro­tes­tie­ren und dabei gleich­zei­tig die Freilassung der noch inhaf­tier­ten Lehrergewerkschafter Rasoul Bodaghi, Hashem Khastar, Bahman Goudarzzade und Abdolresa Ghanbari zu for­dern. Protestbriefe soll­ten in Englisch oder Deutsch for­mu­liert und an fol­gende Adressen geschickt wer­den:

• President of the Islamic Republic of Iran
His Excellency Mahmoud Ahmadinejad
Palestine Avenue, Azerbaijan Intersection
Tehran 13168-43311
Islamic Republic of Iran
E-mail: dr-amadinejad@president.ir

• Supreme Leader of the Islamic Republic of Iran
Ayatollah Sayyid Ali Khamenei
Islamic Republic Street – End of Shahid Keshvar Doust Street
Tehran
Islamic Republic of Iran
Email: info@leader.ir

• Botschaft der Islamischen Republik Iran
S.E. Herrn Mohammad Mehdi Akhondzadeh Basti
Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin
Fax: 030-8435 3535
E-Mail: iran-botschaft@t-online.de

Getagged mit
 
Über den Autor

Nic

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

Kommentare sind geschlossen